Uniklinik Gent: Leihmutterschaft möglich

Homosexuelle Pärchen, die ein eigenes Kind mit Hilfe einer Leihmutter wollen, können sich schon bald an das Universitätskrankenhaus in Gent wenden. Der Ethikausschuss der Uniklinik in Gent hat die Erlaubnis für nicht kommerzielle Leihmutterschaft erteilt.

Bei der Fruchtbarkeitsklinik des Genter Krankenhauses sind regelmäßig Anfragen von homosexuellen Pärchen eingegangen, die sich ein eigenes Kind wünschen und dies mit Hilfe einer Leihmutter verwirklichen wollen.

Der Ethikausschuss der Uniklinik hat deshalb diese Bitte untersucht.

"Der Ethikausschuss hat nun die nicht-kommerzielle Leihmutterschaft für Homosexuelle prinzipiell genehmigt. Jeder Antrag wird jedoch noch individuell geprüft", erzählt Helga De Keyser von der Uniklinik Gent.

Lesbische Pärchen können schon seit einer ganzen Weile über die künstliche Befruchtung ihre Familie erweitern. Für homosexuelle Pärchen mit Kinderwunsch ist das keine Option und eine Adoption ist auch nicht gerade einfach.

Vermutlich ist es das erste Mal, dass ein belgisches Krankenhaus grünes Licht für eine nicht-kommerzielle Leihmuterschaft für homosexuelle Pärchen gibt.

Vor einigen Monaten hatte eine Reportage der VRT über ein homosexuelles Pärchen mit einem Kinderwunsch viel Aufruhr verursacht. Zwei belgische Männer wollten ein Kind mit Hilfe einer ukrainischen Leihmutter bekommen. Wegen juristischer Komplikationen ist der zweijährige Junge namens Samuel in ein Waisenhaus in der Ukraine gekommen und durfte nicht nach Belgien einreisen. In der Ukraine und auch in Belgien ist die Gesetzgebung zur Leihmutterschaft sehr dürftig.

Nach dem Einschalten des Außenministeriums konnte Samuel vor zwei Monaten dann doch nach Belgien kommen. Er ist jetzt bei seinen Papas.