Belgien gibt Konten von EU-Europäern an

Belgien hat die Konten von rund 250.000 EU-Ausländern an die Steuerbehörden von deren Heimatländern weitergegeben. Dabei geht es um die belgischen Konten, die den Betroffenen hierzulande Zinsen liefern. Dies ist das erste Mal, dass der belgische Fiskus einen solchen Schritt unternimmt.

Seit einigen Jahren besteuerte Belgien die Zinsen und Erträge, die die Konten der EU-Ausländer hier abwarfen und dies wurde auch den jeweiligen Steuerbehörden weiter gegeben. Doch jetzt werden die vollständigen Kontoangaben an die Heimatbehörden der jeweiligen Kontoinhaber weitergegeben.

Bisher gehen 24 EU-Mitgliedsstaaten so vor. Die belgischen Steuerbehörden haben Angaben an 26 Länder weitergegeben. Die meisten Konten von EU-Ausländern werden von Franzosen unterhalten, nämlich rund 100.000. Rund 50.000 Konteninhaber kommen aus den Niederlanden, 22.500 weitere aus Deutschland und jeweils 15.000 Konten bei belgischen Banken gehören Briten oder Spaniern.

Die belgischen Steuerbehörden sprechen im Zuge dieses Vorgangs lieber nicht von einem Verschwinden des Bankgeheimnisses, sondern von einem schrittweisen "Abbau der Diskretionspflicht der Banken“. Belgier, die ein Konto in Luxemburg oder in einem anderen steuerlich günstigen Land unterhalten, müssen auf die Erträge 35 % Steuern entrichten. Bisher wurden diese Erträge mit 20 % besteuert.