Nachrichtendienst der Armee in der Kritik

Nach dem Jahresbericht des Komitee I., das die verschiedenen Nachrichtendienste in Belgien beaufsichtigt, arbeitet der Nachrichtendienst der Armee besonders schlecht. So verläuft die interne Kommunikation fehlerhaft und Schlendrian sorgt für Probleme.

Der fragliche Nachrichtendienst ist der Allgemeine Dienst für Information und Sicherheit (ADIV). Dieses Amt beschäftigt sich mit möglichen Bedrohungen für die belgische Verteidigung und ist das militärische Gegenstück zur zivilen Staatssicherheit. Letzterer wurde übrigens von Seiten des Komitee I. mit guten Noten ausgezeichnet.

Vor nunmehr fünf Jahren stellte das Komitee I. beim ADIV gravierende Mängel bei der internen Weitergabe von Informationen innerhalb des Nachrichtendienstes fest. Schon damals fand zwischen den einzelnen Abteilungen fast kaum Kommunikation statt.

Daran hat sich bis heute offenbar nicht viel geändert, wie Komitee I.-Ratsmitglied Peter De Smet angibt: "Wir haben schon damals bemerkt, dass dieser Umstand eine gute Arbeit des ADIV in Zukunft einmal belasten wird.“

Das Aufsichtsgremium meldet in seinem Jahresbericht auch einige Vorfälle, die sich im Laufe der vergangenen Jahrer innerhalb des ADIV ereignet haben. Darunter sind drei Einbrüche jeweils in Dienstfahrzeuge und ein tödlicher Autounfall eines Geheimdienstbeamten im Dienst. Jedes Mal seien die Ermittlungen dadurch erschwert worden, so Peter De Smet, dass Angaben zu Personen aus den Akten verschwunden seien.

Kritiker werfen dem militärischen Nachrichtendienst in Belgien vor, mit veralteten Methoden zu arbeiten, ein zu geringes Budget zu haben und, was wohl am schlimmsten zu sein scheint, dass offenbar interne Widerstände dagegen vorliegen, dass man beim ADIV Probleme beseitigen muss. Zudem misst die Armeeführung dem eigenen Nachrichtendienst kaum eine besondere Wichtigkeit bei.