Adecco: Wer wollte keine Ausländer?

Auf der Webseite der Arbeiterpartei (PvdA) wurden die Namen von Unternehmen publiziert, die Adecco gebeten hatten, bei der Suche nach Personal keine Ausländer vorzustellen. Adecco wurde im Juni wegen Diskriminierung verurteilt. Der Fall ist allerdings 10 Jahre alt.

Auf der Liste, die die kommunistische Arbeiterpartei (PvdA) in Belgien über das Internet veröffentlichte, stehen auch die Namen einiger großer nationaler und internationaler Unternehmen in Belgien, unter anderem die Warenhauskette Delhaize, Stromproduzent Electrabel, die Brauerei-Gruppe Interbrew (heute InBev), die Uhrenmarke Swatch, B.M.W. Brussels, Süßwarenhersteller Godiva oder auch die Bekleidungsketten C&A und JVC.

Sogar die Modemarke Benetton ist dort aufgeführt, doch eine Marke, die mit Internationalismus und Menschenrechten für sich wirbt. Ein Abschleppunternehmen habe bei Adecco um "gute Belgier“ gebeten, denn diese sollen einen einwandfreien Kontakt mit der Polizei haben.

Die Anfragen zur Personalsuche im Rahmenn von Zeitarbeitskräften, bei denen auf ausdrücklichen Wunsch hin keine ausländischen Bewerber berücksichtigt werden sollten, kennzeichnete Arbeitsvermittler mit dem Kürzel BBB. Das steht für "Blanc Bleu Belge“ und ist eigentlich eine typisch belgische Rinderrasse. Hier stand das Kürzel für "weiße Belgier“.

Anfang Juni wurde Adecco für diese Vorgehensweise juristisch verurteilt. Der Fall wurde aber schon vor 10 Jahren bekannt, als entsprechende Vorkommnisse dem belgischen Zentrum für Chancengleichheit und gegen Rassismus zugetragen wurde.

Total überrascht

Adecco zeigte sich über die Veröffentlichung der Firmenliste bei der Arbeiterpartei überrascht und bei der Warenhauskette Delhaize hieß es, dass man sich darüber wundere, denn diese Art der Vorgehensweise gehöre nicht zu den Gepflogenheiten der Gruppe und eine solche Politik sei so niemals angewendet oder verlangt worden.

Die Gruppe beschäftige innerhalb seines 16.000 Mitarbeiter umfassenden Personalbestandes in Belgien rund 1.000 Ausländer aus 28 verschiedenen Ländern, so Hans Michiels von Delhaize. Zudem werde bei der PvdA behauptet, Delhaize habe bei Adecco gewünscht, keine Frauen einzustellen. Doch 58 % des Personals in den Warenhäusern und den Vertriebszentren der Gruppe seien Frauen.

Auch bei C&A Belgien hieß es in einer ersten Reaktion, dass die Marke eine sehr strenge Handhabe gegen Diskriminierung führe und dass dies auch so seit mehr als 10 Jahren in den Arbeitsbestimmungen aufgeführt sei.