Wachstum so stark wie in Deutschland

Die belgische Nationalbank geht in ihrem aktuellen Bericht davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in unserem Land in diesem Jahr 2,6 % betragen wird. Doch trotz einer derzeit gut funktionierenden Wirtschaft warnt Nationalbank-Gouverneur Luc Coene vor Gefahren.

Mit seinen Wachstumserwartungen bringt Luc Coene (Foto), der neue Gouverneur der Belgischen Nationalbank (BNB), gute Nachrichten. Diese Erwartung liegt nicht nur höher, als im Vorfeld vorausgesagt, sondern sie entspricht auch den gleichen Erwartungen, wie in Deutschland - immerhin die ökonomische Lokomotive der Eurozone.

Für das kommende Jahr geht Luc Coene von einem Wachstum von 2,2 % aus. Für die gesamte Eurozone wird dann ein Wirtschaftswachstum von 1,7 % erwartet. Das positive Wachstum für Belgien wirkt sich auf den Arbeitsmarkt und auch auf die Kaufkraft der Privathaushalte aus. Die Inlandsnachfrage wächst und nächstes Jahr sollen bis zu 77.000 neue Stellen hinzukommen, auch und gerade in konjunkturschwachen Sektoren.

Aber, trotz aller positiven Nachrichten, muss Gouverneur Coene auch Warnungen aussprechen und vor direkten und indirekten Gefahren warnen. Probleme bringen in den Augen der Nationalbank vor allem die Inflation und der Index, der Löhne und Gehälter an die Preissteigerungen im Land anpasst.

Luc Coene wird konkret: „Die Preise steigen schneller, als in unseren Nachbarländern. Wenn sich dies über den Index auf die Löhne und Gehälter niederschlägt, dann droht eine Lohn-Preis-Spirale, die unsere Konkurrenzfähigkeit untergräbt.“ Die Nationalbank hat dazu eine eigene Studie in Auftrag gegeben.

Ein weiteres Problem droht durch die langsamer abgebaute Staatsschuld. Die Nationalbank schätzt, dass das Haushaltsdefizit dieses Jahr 3,5 % und nächstes Jahr 4,1 % des Brutto-Inlandsprodukts betragen wird.