Verwaltungsräte werden weiblicher

Das Parlament hat den Gesetzesentwurf zur Frauenquote in Verwaltungsräten von Unternehmen angenommen. Künftig muss eines von drei Mitgliedern der Führungsriege von börsennotierten Unternehmen und Staatsbetrieben eine Frau sein.

Im zuständigen Ausschuss war der Vorschlag zuvor bereits angenommen worden. Jetzt hat auch die Kammer die Frauenquote in einer Vollversammlung verabschiedet. Christdemokraten, Sozialisten und Grüne stimmten dafür.

Schon in wenigen Jahren muss also eines von drei Mitgliedern eines Verwaltungsrats eine Frau sein. Der Gesetzesentwurf gilt für börsennotierte Unternehmen und Staatsbetriebe.

Bei Missachtung der Quote erhalten die Mitglieder dieses Rates keine gesetzlichen Vergütungen mehr. Ihre Beschlüsse, auch wenn diese ohne Einhaltung der Frauenquote getroffen werden, bleiben jedoch weiterhin rechtskräftig. Zunächst hatte in dem Entwurf gestanden, dass das nicht so sei, aber nach zahlreicher Kritik ist diese Einschränkung gestrichen worden.

Die Maßnahme wird schrittweise über einen Zeitraum von sechs Jahren eingeführt.

Nach dem Vorbild Norwegens

Die Idee für eine solche Frauenquote kommt aus Norwegen. Dort wird die Frauenquote schon seit einer ganzen Weile umgesetzt. Sie liegt bei 40 Prozent. In Schweden und Finnland muss ein Viertel des Verwaltungsrats mit Frauen besetzt sein. 

In Belgien sind etwa 11 Prozent der Verwaltungsratsmitglieder  Frauen. Der Anteil liegt etwas unter dem EU-Durchschnitt von 11,7 Prozent.

Europa schneidet diesbezüglich im internationalen Vergleich noch ganz gut ab. In den Vereinigten Staaten liegt der Frauenanteil in den Verwaltungsräten zwar bei 15,7 Prozent, aber im Fernen Osten beträgt der Anteil nur 6,5 Prozent und im Nahen Osten und Nordafrika 3,2 Prozent.