Juncker: "Krise kann auf Belgien übergreifen"

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, warnte in Interviews mit der Süddeutschen Zeitung und dem Luxemburger Wort davor, dass die griechische Finanzkrise auch auf Belgien oder Italien übergreifen könnte.

Nach Ansicht des luxemburgischen Regierungschefs Jean-Claude Juncker (Foto oben) könne die Beteiligung privater Gläubiger an neuen Finanzhilfen für Griechenland bedeuten, dass internationale Ratingagenturen dieses Land als zahlungsunfähig einstufen werden.

Für andere Mitgliedsländer der Eurozone könne dies fatale Folgen haben, so Juncker in der Süddeutschen Zeitung:

"Die Pleite kann Portugal anstechen und Irland und dann, wegen der hohen Schulden, auch Belgien und Italien noch vor Spanien.“

Im Luxemburger Wort warnte Jean-Claude Juncker ebenfalls vor der eventuellen Auswirkung auf eine Beteiligung von privaten Gläubigern:

"Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Regierungen massiv Druck auf die Griechenland-Investoren machen und nur nach außen hin den Anschein wahren würden, es handele sich um eine freiwillige Aktion."

Eurozone und Gipfeltreffen

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatten sich am Freitag in Berlin für eine freiwillige Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung Griechenlands ausgesprochen. Beide riefen ihre Partner in der EU dazu auf, rasch Entscheidungen für ein weiteres milliardenschweres Hilfsprogramm für die Griechen zu treffen.

Am Sonntag und am Montag treffen sich die Finanzminister der Eurogruppe bei Juncker in Luxemburg, um erstmals Einzelheiten zu erörtern. Ende der Woche kommen die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel zusammen, um bei ihrem Gipfel weitere Vorgehensweisen zu verabschieden.