"Griechenland wird nicht pleite gehen"

EU-Präsident Herman Van Rompuy geht davon aus, dass Griechenland nicht vor einem Staatsbankrott stehen würde. Im VRT-Sonntagsmagazin "De Zevende Dag" gab er auch bekannt, für eine zweite Amtsperiode zur Verfügung zu stehen.

Griechenland werde weder in Konkurs gehen, noch aus der Eurozone austreten. Dies erklärte Herman Van Rompuy, der aus Belgien stammende EU-Präsident, am Sonntag im VRT-TV-Magazin "De Zevende Dag“ in unserm Hause.

Van Rompuy gab zwar zu, dass das Sparprogramm der Griechen sehr hart ist, doch es sei unvermeidlich, denn alle Alternativen würden unvorstellbare Folgen haben. Deshalb habe Griechenland auch nicht die Wahl. Aus der Eurozone austreten sei keine Option, so Van Rompuy, der einen Vergleich zu Belgien zog: "Wenn Belgien den Franken zurückbekäme, wer würde unserem Land noch vertrauen?“

Das Griechenland nicht in Konkurs gehen wird, steht für den flämischen Christdemokraten fest. Erneut zog er einen Vergleich mit unserem Land, als er daran erinnerte, dass Belgien 1993 mit einem Haushaltsdefizit von 7,5 Prozent des Brutto-Inlandsprodukts bei einer gleichzeitigen Staatsverschuldung von 135 % zu kämpfen hatte. Das waren, so Van Rompuy, "griechische Zustände.“

Doch man habe Belgien damals Zeit gelassen, die Probleme zu lösen. Unser Land war damals durch eine harte Zeit der Einsparungen geschleust worden. Griechenland lasse man weniger Zeit, auch wenn das Land bereits 5 % des Haushaltslochs beglichen habe. Aber, die Griechen müssten lernen, wie alle anderen auch ihre Steuern zu bezahlen…

Alle Beteiligten - die Europäische Zentralbank, die Europäische Union, der Internationale Währungsfonds - sollten darauf drängen, dass das griechische Parlament ein Sparprogramm ratifiziere, damit die Rettungsfonds freigegeben werden können, so Van Rompuy im flämischen Rundfunk.

Eurogruppe, Eurozone oder Euroland?

EU-Präsident Herman Van Rompuy äußerte in "De Zevende Dag“ auch, dass er den Begriff "Eurozone“ nicht besonders mag. Er würde sich wünschen, dass die Länder der Eurogruppe "Euroland“ genannt werden. Wenn man eine einheitliche Währung führe, dann solle man auch mehr gemeinsame Politik führen, vor allem auf Ebene der Wirtschaft. Dies würde die Bezeichnung "Euroland“ besser transportieren, als andere Begriffe.

Herman Van Rompuy wiederholte am Sonntag im flämischen Fernsehen auch, dass er für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehe. Er geht davon aus, dass die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nichts dagegen haben. Doch, auch hier relativierte der bescheidene Flame, denn "ein Jahr ist lang in der internationalen Politik.“