Vervotte: "Nicht alles nach Plan gemacht"

Die Bahn ist eine komplizierte Organisation mit Infrabel, das das Schienennetz verwaltet und der NMBS, die die Züge fahren läßt. "Das ist jedoch nicht das Problem", sagt die Ministerin für Staatsbetriebe, Inge Vervotte (CD&V). Bei solchen Krisensituationen müsse mehr Information weitergegeben werden.

Laut Ministerin Vervotte sei die Struktur in Ordnung. Es müsse jedoch besser kommuniziert werden. "Das erste, was immer stimmen muss, ist die Sicherheit. Da wollen wir keine Kompromisse machen. Das darf man nicht unterschätzen. Eine Abteilung muss die Regie fest in Händen halten", so die Ministerin.

Vervotte betont jedoch auch, dass schneller kommuniziert werden müsse. Die NMBS woller immer erst informieren, wenn man eine Lösung gefunden habe. Das würden die Menschen jedoch nicht mehr akzeptieren. Man müsse ja nicht gleich alle  technischen Erklärungen mitliefern, aber die Leute wollten sofort wissen, was passiert ist, so die Ministerin.

"Es wäre besser, wenn die Fahrgastabfertigung in solchen Momenten automatisch Zugang zu Informationen bei traffic control und bei Infrabel erhalten würde", fügt Vervotte hinzu.

"Es gibt eindeutige Notfallpläne. Wenn ich jedoch die Aussagen der gestrandeten Passagiere höre und lese, dann habe ich den Eindruck, dass nicht alles so gelaufen ist, wie es in den Plänen steht", heißt es noch. "Wir haben eine absolute Sättigung, was die Passagierzahl als auch die Infrastruktur und das Material betrifft. Jeder kleine Zwischenfall hat eine enorme Auswirkung", sagt Vervotte.

Trotzdem sieht die Ministerin in  diesem Zwischenfall keinen Grund für einen Rücktritt. "Kann eine Regierung über die neuen Mandate entscheiden, wird eine globale Überprüfung verschiedener Kriterien erfolgen. Diese  Dinge dürfen nicht dazu verwendet werden, um nach Symbollösungen zu greifen."

Wegen eines Oberleitungsschadens in Oostkamp (Provinz Westflandern) saßen am Montagabend tausende Fahrgäste stundenlang auf der Strecke Ostende-Brüssel in den Zügen fest.