Wenn junge Ärzte trinken "bis der Arzt kommt"

Aus einer Umfrage der Ärztezeitung "De specialisten" geht hervor, dass 14 bis 18 Prozent der Ärzte regelmäßig Alkohol konsumiert. Jüngere und vor allem männliche Ärzte nehmen auch an Saufgelagen teil. Ältere Ärzte trinken wiederum häufig Alkohol.

Vom so genannten "piekdrinken", wörtlich übersetzt "Spitzentrinken", spricht man, wenn eine Person bei ein und derselben Gelegenheit sechs oder mehr Gläser Alkohol trinkt, zum Beispiel beim Essen oder bei einem Fest.  Aus der Umfrage geht hervor, dass vor allem männliche junge Ärzte "Spitzentrinker" sind, insbesondere Chirurgen und Anästhesisten.

Außer nach dem Alkoholkonsum wurde auch nach der Einnahme von Schmerzmitteln gefragt. 5 Prozent der Ärzte nimmt Medikamente aus nicht-medizinischen Gründen. Im Antwortformular mussten die Ärzte nicht darauf antworten, warum sie die Medikamente nehmen. Die Zeitung geht davon aus, dass sie das wahrscheinlich aufgrund der Rauschwirkung, der Leistungssteigerung oder um sich besser zu fühlen, machen. Die Einnahme von Medikamenten aus nicht-medizinischen Gründen passiert häufiger bei Männern als bei Frauen und am häufigsten bei Gynäkologen und Anästhesisten.

Knapp ein Fünftel der Ärzte nimmt Schlafmittel. Das ist ungefähr 17,5 Prozent. Die Ärzte nehmen die Schlafmittel vor allem in der stressigsten Zeit ihrer bruflichen Laufbahn. Etwas mehr Frauen als Männer schlucken Schlaftabletten. Anästhesisten und Psychiater nehmen wiederum mehr Schlafmittel zu sich als andere Ärzte.

Das Ärzteblatt hat die Umfrage nach dem Alkohohl-, Medikamenten- und Drogenkonsum bei 1.500 Fachärzten und -ärztinnen über einen Fragebogen und Online durchgeführt. Die Stichprobe ist nicht ganz repräsentativ , weil Frauen in den Ergebnissen überrepräsentiert sind.