Unwetter hinterlässt Spur der Verwüstung

Das schwere Unwetter in der Nacht zum Mittwoch hat fast überall in Belgien für überschwemmte Straßen und Keller gesorgt. Mancherorts waren die Schäden allerdings weitaus schwerer: Brände durch Blitzeinschlag oder durch Hagel beschädigte Autos und Gebäude. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

Im belgischen Bundesland Flandern blieb das Unwetter nur der Provinz Westflandern erspart. In allen anderen Provinzen hieß es am Mittwochmorgen die entstandenen Schäden zu erfassen.

In Antwerpen wurden einige Straßenzüge überflutet, da die Abflusssysteme die Regenmassen nicht aufnehmen konnten. Daneben zerstörten vom Sturm entwurzelte Bäume einige Autos.

In Retie fielen rekordverdächtige 40 l. Regen pro Quadratmeter und auch hier versagte das Abwassersystem. In Deurne viel zeitweise der Strom aus und eine Tiefgarage lief voll. In Mechelen suchten sich die Regenmassen einen Weg durch das Rathaus der Stadt und viele Büros und einige der historischen Säle wurden leicht beschädigt.

Auf den Autobahnen in der Provinz war es zeitweise zu gefährlich, zu fahren und so warteten viele Autofahrer auf dem Pannenstreifen auf das Ende der Unwetter. Die zweite Welle schlug vor allem in Lier zu.
 

Hagel beschädigt Neuwagen bei Ford in Genk

In der Provinz Limburg waren vor allem die ehemaligen Zechenstädte Genk und Beringe Opfer des Unwetters.

Auf dem Gelände der Ford-Werke in Genk wurden etwa 3.000 neue Autos durch Hagelkörner beschädigt. Dellen im Blech und durchschlagene Frontscheiben sorgen für eine verspätete Auslieferung der Wagen an die Kunden.

Die Feuerwehren in Limburg erhielten hunderte Notrufe, meist nach vollgelaufenen Kellern und überschwemmten Straßen. Vereinzelt sorgten auch hier umgestürzte Bäume für Schäden.

Dicke Hagelkörner in und um Gent

In Ostflandern hatte hauptsächlich die Gegend um Gent unter den heftigen Unwettern zu leiden. Hier sorgten bis zu 3 cm dicke Hagelkörner für Schäden an Autos, Wintergärten oder Gewächshäusern. Auch hier wieder überschwemmte Straßen, Tiefgaragen und Keller durch ein Überlaufen der Kanalisation.

In der Innenstadt von Gent hatte die Feuerwehr so viele Notrufe zu bewältigen, dass die Anwohner selbst versuchten, die verstopften Abwasserkanäle freizumachen. Zudem sorgte ein Blitzeinschlag in einem Haus für einen schnellen Einsatz der Berufsfeuerwehr, die Schlimmeres verhüten konnte.

Brabant: Katastrophenalarm in Dilbeek

In der Ortschaft Dilbeek in Flämisch-Brabant schlug der Blitz in einem Elektrizitäts-Spannwerk ein.

Das Feuer weitete sich aus und da sich die Feuerwehr nicht sicher war, ob der entstandene Rauch schädlich für die Anwohner war, wurde der kommunale Katastrophenplan ausgerufen. Doch glücklicherweise stellte sich heraus, dass die Bevölkerung zu keiner Zeit in Gefahr war.

Auch in einigen anderen Ortschaften in der Provinz verursachten Blitzeinschläge Dachstuhlbrände und heftige Windböen bliesen Bäume um oder verursachten Schäden an Strommasten.

In Tremelo lief die Parterre der Geriatrischen Klinik im Gesundheitszentrum Damian voll, doch keiner der Patienten musste evakuiert werden. In Jodoigne in der Provinz Wallonisch-Brabant stand das Wasser in den Straßenzeitweise bis zu 40 cm hoch.

Wallonien und Ostbelgien

In der Wallonie war in erster Linie die Provinz Hennegau ein Opfer des Unwetters. In Charleroi und Mons liegen viele Straßen und Keller voll und die Feuerwehren mussten dutzende Male ausrücken. Dabei mussten auch entwurzelte und umgestürzte Bäume aus dem Weg geräumt werden.

Auch in Ostbelgien riss ein schweres Unwetter die Menschen aus dem Schlaf. Schäden entstanden allerdings dort nicht. Die Feuerwehren waren in Alarmbereitschaft, mussten aber glücklicherweise nicht ausrücken.