Ausbeutung in Diplomatenhaushalten in Belgien

Zehn Prozent der rund 500 Hausangestellten von ausländischen Diplomaten in Belgien reichte letztes Jahr eine Beschwerde gegen seinen Arbeitgeber ein. Das schreiben die Zeitungen Het Nieuwsblad und De Standaard. Häufig handelt es sich um kleinere Konflikte, aber manchmal geht es auch um eine regelrechte Ausbeutung und um Menschenhandel.

In vier Fällen hat das Auswärtige Amt letztes Jahr und auch 2009 eine finanzielle Sanktion verhängt. Juristisch dagegen vorgehen kann man nicht , weil Diplomaten Immunität genießen.

Die Zeitungen basieren sich auf einen Bericht des deutschen Instituts für Menschenrechte. Darin wurde auch Belgien unter die Lupe genommen. Francis Deboeck vom Außenministerium bestätigt, dass die Zahl der Beschwerden sehr hoch sei. Das sei zum Teil aber auch dadurch zu erklären, dass seit 2008 alle Hausangestellten von Diplomaten zwei Mal zu einem Gespräch kommen müssen.  Das ist Pflicht. "Dadurch ist die Schwelle viel niedriger, um über Missbrauch zu sprechen", sagt Deboeck. "Die Mehrheit der Beschwerden betrifft kleinere Konflikte wie das Urlaubsgeld."

Trotzdem hat es in den vergangenen zwei Jahren jeweils vier ernsthafte Fälle von Ausbeutung gegeben, bei der Menschen gegen ihren Willen zu bestimmten Dingen gezwungen und kaum dafür bezahlt worden sind. Über die Staatsangehörigkeit solcher Diplomatenhaushalte, die ihr Personal ausgebeutet haben, will das Außenministerium nichts sagen.