Brüsseler Imams reisen nach Auschwitz

Auf Initiative des Brüsseler Parlamentsabgeordneten Fouad Ahidar (SP.A) wollen mehrere Imams im Oktober das Konzentrations- und Vernichtungslager von Auschwitz besuchen. Ahidar will damit jegliche Diskriminierung verurteilen und vor allem die Jugendlichen vor einer einseitigen Sichtweise warnen.

Ahidar (kleines Foto, rechts im Bild) stellte sein Vorhaben am Donnerstag in der Plenarversammlung des Brüsseler Parlements vor. Dort wurde über ein Vorschlag zu einem Erlass diskutiert, in dem Viviane Teitelbaum (MR) zum Widerstand gegen jede Form der allgemeinen Amnestie und zum Nicht-Vergessen des Holocaust, also der Massentötung von Juden im Zweiten Weltkrieg, aufruft. Der Vorschlag wurde vor dem Hintergrund eines in Erwägunggezogenen Amnestievorschlages von der rechtsextremen Partei Vlaams Belang im Senat eingereicht.

Ahidar selbst hat bereits zwei Mal ein Konzentrationslager besucht, ein Mal mit dem verstorbenen Hugo Schiltz. Den tiefen Eindruck, der so ein Besuch hinterläßt, will er die Imams fühlen lassen. "Es gibt einen Unterschied zwischen dem palästinensichen Konflikt und Antisemitismus, was genau wie die Islamophobie verwerflich ist", führt Ahidar aus. Der Holocaust darf also nicht mit dem palästinensichen Konflikt verglichen werden und der israelisch-palästinensische Konflikt darf nicht zu Antisemitismus führen, heißt es.

Die Imams können dann die Botschaft den Moscheebesuchern, einschließlich der jungen Generation, weitergeben. 18 Imams haben bereits bekundet, dass sie an der Reise nach Auschwitz teilnehmen wollten. Ahidar sucht derzeit noch nach Mitteln für die Reise, die er gerne von einer Instanz wie der Moslemexekutive organisiert sähe.