Gent: SP.A / Groen! im Kartell zu Kommunalwahlen

In Gent ziehen die flämischen Sozialisten der SP.A von Bürgermeister Daniël Termont und die flämischen Grünen von Groen! mit einer gemeinsamen Liste in die Kommunalwahlen von 2012. Das schreibt die Zeitung Het Nieuwsblad. Der heutige Koalitionspartner, die flämischen Liberalen von der Open VLD, befürchtet eine Polarisierung.

Es ist nicht neu, dass die Genter Grünen und Sozialisten miteinander liebäugeln. Schon bei den letzten Kommunalwahlen haben diese beiden Parteien über ein Kartell gesprochen, aber damals klappte das noch nicht. Beide Parteien gingen damals separat in die Kommunalwahlen. Die SP.A holte 31 Prozent, Groen! rund 12 Prozent.

Jetzt hat die Parteispitze beider Parteien jedoch eine Einigung über ein Kartell erzielt. Der Entschluss muss jedoch noch den Parteimitgliedern vorgelegt werden. "Wir sind der Auffassung, dass wir einander ergänzen und ein Projekt in den nächsten Jahren auf die Beine stellen können", erklärt der Genter Bürgermeister Daniël Termont (SP.A, großes Foto oben) die lokale Kartellbildung.

Termont zufolge komme das Kartell keinesfalls aus Angst vor einem Schlag der flämischen Nationalisten von der N-VA, sondern sei dies eine deutlich linke Antwort auf den Rechtsruck in der Gesellschaft. "Wir wollen ein progressives, nachhaltiges, sozialwirtschaftliches Projekt ausarbeiten."

Die SP.A bildet in Gent derzeit eine Koalition mit der liberalen Open VLD. Sas Van Rouveroij (kleines Foto im Text) von Open VLD bedauert den Entschluss der SP.A, ein Kartell mit Groen! zu bilden. "Es liegt in der Tat bei der SP.A, eine strategische Wahl zu treffen, aber wenn Bürgermeister Termont gleichzeitig hinzufügt, dass das Ziel dieses Kartells eine linke Frontbildung sei, dann weiß man, dass Gent auf eine Polarisierung zusteuert und das bedauere ich."