"Staatschefs müssen Terminkalender umstellen"

Der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy ruft die Staats- und Regierungschefs der Eurozone auf, ihre innenpolitischen Terminkalender zu übertreffen, um so einen Flächenbrand der Schuldenkrise zu vermeiden. An diesem Freitag soll vielleicht ein EU-Sondergipfel zur Schuldenkrise statt finden.

Van Rompuy tat diesen Aufruf nach einem Gespräch mit dem spanischen Premier José Luis Zapatero (kleines Foto) in Madrid. Spanien ist eines der Länder mit einem erhöhten Risiko, in den Sog der Schuldenkrise gezogen zu werden. "Die Staats- und Regierungschefs müssen ihren innenpolitischen Terminkalender übertreffen und das werden sie auch tun", so der ständige EU-Ratspräsident.

Van Rompuy sagte auch, dass auf höchstem Niveau ein sehr starkes Engagement bestehe, um das Nötige zu veranlassen, damit die finanzielle Stabilität der Eurozone gewährleistet werde und betonte, dass die Finanzminister dringend mit Vorschlägen kommen müssten, um die Ansteckungsgefahr in der Eurozone zu dämmen.

Diplomatischen Quellen zufolge soll Van Rompuy derzeit Kontakte aufnehmen, um über einen Gipfel am 15. Juli zu sprechen. Ein Sondergipfel werde nicht ausgeschlossen, aber es sei noch nichts entschieden, reagierte sein Pressesprecher. Am Montagabend fand auch schon ein Treffen zur Schuldenkrise statt. Diese scheint zu eskalieren, weil nun auch Italien in die Ziellinie der Schuldenkrise gerät.

Am heutigen Dienstag betonte der belgische Finanzminister, Didier Reynders (MR), noch die Wichtigkeit einer Lösung auf europäischem Niveau. Die Schuldenkrise werde auch unser Land viel Geld kosten, so Reynders.