Rundfunk: VRT bekommt 3. TV-Kanal

Die flämische Regierung hat eine Einigung zur neuen Verwaltungsübereinkunft für den öffentlich-rechtlichen flämischen Sender VRT erzielt. Das Dokument bestimmt die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Senders für die nächsten 5 Jahre. Jetzt ist definitiv entschieden, dass unsere VRT künftig einen dritten vollwertigen Fernsehkanal erhält, dessen Zielpublikum Kinder und Jugendliche sind.

Die VRT bekommt nächstes Jahr drei vollwertige Fernsehkanäle: Eén, Canvas und Ketnet. Ketnet wird ein Angebot für Kinder bringen, aber auf diesem Sender wird in Zukunft auch ein erweitertes Angebot für Jugendliche ausgestrahlt. Flanderns Medienministerin Ingrid Lieten (SP.A), VRT-Verwaltungsratspräsident Luc Van den  Brande und VRT-Geschäftsführerin Sandra De Preter (Foto oben - vlnr.) stellten das Projekt vor.

Die Grunddotation der VRT wird nächstes Jahr um 13 Millionen Euro erhöht und beläuft sich dann auf 293 Millionen Euro. Die strukturellen Defizite werden weiter abgebaut.

In der Verwaltungsübereinkunft stellt die flämische Regierung vor allem strategische und operationelle Ziele in den Mittelpunkt und richtet das Augenmerk weniger auf Zuschauerzahlen. Die Schlüsselwörter sind Qualität, Diversität und Kreativität.

Der Kultur soll mehr Beachtung geschenkt werden. Dies gilt auch für das Angebot aus dem eigenen Haus. Mindestens 25 Prozent des Produktionsbudgets für Fernsehen wird für externe Produktionshäuser verwendet. Exklusivitätsverträge sind ausgeschlossen. Die VRT wird 25 Prozent flämischer Musikproduktionen ausstrahlen. Für Radio 2 ist die Sollzahl auf 30 Prozent und für Radio 1 auf 15 Prozent festgelegt.

"So denke ich, dass die VRT weiterhin ein Motor für unsere kreative Industrie bleiben wird. Dies gilt sowohl für die Musikindustrie als auch für die audiovisuelle Industrie", sagt Medienministerin Ingrid Lieten (Foto).

Bald weitere Angebote für die 'Expats'?

Neben unseren Nachrichtenangeboten in Wort, Bild und Video in Deutsch, Französisch und Englisch wird die VRT ihre Angebote für die so genannten 'Expats‘, die in Flandern und Brüssel lebenden ausländischen Arbeitnehmer, ausweiten.

Derzeit werden Möglichkeiten geprüft, ein entsprechendes crossmediales Kulturangebot (online, TV, Radio) in englischer Sprache auf den Weg zu bringen. Bis Ende 2012 soll ein dahingehender Plan aufgestellt werden. Vorher werden die Erwartungen des Zielpublikums für ein solches Angebot geprüft.