Die Bahn spart: Weniger Züge und Bahnhöfe?

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB muss sparen. Zu den diskutierten Vorhaben gehören auch eine Straffung des Zugangebots und eventuelle Schließungen von Bahnhöfen. Gewerkschaften und Fahrgastverbände sind beunruhigt. Eine Fragestunde im Parlament brachte kaum Erhellungen.

In der vergangenen Woche stand Belgiens scheidende Ministerin für die staatlichen Unternehmen, die flämische Christdemokratin Inge Vervotte (CD&V - Foto), dem Verkehrsausschuss im Bundesparlament zu diesem Thema Rede und Antwort.

Dabei gab sie an, dass für die kommenden Jahre im Hinblick auf zu streichende Züge noch keine Entscheidung gefallen sei. Allerdings, so die Ministerin, dürfe die Bahn bis 2015 keine neuen Schulden mehr anhäufen. Bis dahin müssen die Einnahmen und Ausgaben der NMBS/SNCB im Gleichgewicht sein.

In der Frage der eventuell zu streichenden Bahnverbindungen oder Zugangeboten besteht derzeit allerdings schon eine Liste von Zügen, deren Betriebskosten die Einnahmen daraus deutlich unterstreichen. Diese Verbindungen könnten gestrichen oder durch Busse ersetzt werden. Konkrete Entscheidungen sind jedoch noch nicht getroffen worden, so Ministerin Vervotte.

Gewerkschaften und Fahrgastverbände zeigen sich bereits beunruhigt. Die Arbeitnehmerverbände erwarten Entlassungen oder nicht neu besetzte Stellen bei natürlichen Abgängen und Fahrgastverbände, wie "TreinTramBus“ in Flandern gehen von einem schlechteren Kundendienst aus.

38 Bahnhöfe werden geschlossen

Fest steht bisher lediglich, dass in den kommenden Monaten 38 Bahnhöfe in Belgien geschlossen werden. Das bedeutet nicht, dass in diesen Bahnhöfen keine Züge mehr halten, doch werden diese Stationen zu Haltepunkten umgewandelt, in denen Fahrkarten am Automaten erworben werden können. Die meisten dieser Haltestellen liegen im belgischen Bundesland Flandern.

Hier werden an 20 Orten die mit Personal besetzten Schalter durch Automaten ersetzt, weil dort weniger als 100 Fahrgäste am Tag eine Fahrkarte kaufen: Mortsel-Oude God, Zaventem, Merchtem, Erembodegem, Kalmthout, Buggenhout, Merelbeke, Kortemark, Wevelgem, Ingelmunster, Lierde, Dilbeek, Kortenberg, Herzele, Galmaarden, Herne, Zedelgem, Viane-Moerbeke, Haaltert und Ede.

In der Region Brüssel Hauptstadt wären Schaarbeek und Ukkle-Calvoet betroffen und im französischen Landesteil Belgiens Neufchâteau, Piéton, Theux, Antoing, Moustier, Herstal, Godinne, Herseaux, Quaregnon, Mont-Saint-Guibert, Angleur, Auvelais, Blaton, Ecaussines, Couvin und Comines.