Zu laut: Kinderkrippe muss umziehen

Die Kindertagesstätte "Pietje Pek" in Brügge muss umziehen. Ein Nachbar hatte im Jahr 2000 Klage wegen Lärmbelästigung eingereicht und bekam Recht. Ein einhergehendes Urteil verlangt Lärmisolierung und andere Maßnahmen, die sich die Betreiber nicht leisten können.

In der Kinderkrippe "Pietje Pek“ haben etwa 90 Kleinkinder Aufnahme gefunden. Doch im Jahr 2000 zog ein Nachbar der Einrichtung wegen Lärmbelästigung durch spielende Kinder vor Gericht und klagte. Nun liegt ein Urteil in diesem Verfahren vor. Danach müssen die Betreiber der Kinderkrippe isolierende Maßnahmen durchführen und die Zahl der bei "Pietje Pek“ aufgenommenen Kleinkinder soll eingeschränkt werden.

Zudem dürfen keine Kinder an Wochenenden und während Ferienzeiten betreut werden. Eigentlich muss die Kinderkrippe eine andere Bleibe suchen, denn die durch das Gerichtsurteil geforderten Schritte ist ein Verbleib am Ursprungsort unmöglich geworden. Doch eine Ausweichadresse innerhalb Brügges ist zu teuer.

"Pietje Pek“ bot Betreuung ab frühmorgens bis in die Abendstunden und unter Umständen konnten Kinder auch dort übernachten. Aus diesem Grunde ist die Tagesstätte bei Eltern aus der Region Brügge sehr beliebt. Die meisten der Betroffenen Eltern arbeiten zum Beispiel im Gaststättengewerbe und gerade davon lebt die historische Touristenstadt Brügge ja bekanntlich zu großen Teilen.

Die Stadt will helfen

Die Stadtverwaltung von Brügge hat Hilfe zugesagt. Nach Ansicht von Bürgermeister Patrick Moenaert (CD&V) besteht Aussicht zumindest auf eine zeitlich begrenzte Übergangslösung.

In der Innenstadt habe man eine alte Kaserne übernommen, in der ein neues Wohnungsbauprojekt entstehen soll.

Hier besteht laut Moenaert vielleicht sogar eine dauerhafte Lösung, denn sein Vorschlag, "Pietje Pek“ hier zu integrieren, stieß auf sehr großes Interesse.

Auch in Brügge besteht mittlerweile, wie in anderen flämischen Städten leider auch, ein akuter Mangel an Plätzen in Kindertagesstätten.