Die Kabelanbieter verlieren ihr Monopol

Die Kabelnetzbetreiber in Belgien werden dazu verpflichtet, ihre Netze und Leitungen für andere Anbieter zu öffnen. Die Regulierungsbehörde für elektronische Kommunikation will so mehr Wettbewerb in Belgien möglich machen.

Die großen Kabelnetzbetreiber in Belgien, wie zum Beispiel Telenet in Flandern oder VOO im frankophonen Landesteil, müssen in Zukunft das Angebot ihrer Konkurrenten über ihre Netze durchschalten, damit diese ihre pauschalen Pakete aus Internet, Telefon und Fernsehen einem größeren Kundenkreis verkaufen können.

Nach Ansicht der belgischen Regulierungsbehörde für elektronische Kommunikation soll diese Maßnahme mehr Wettbewerb ermöglichen und letztendlich erhofft man sich dadurch auch günstigere Preise für die Verbraucher. Im Oktober 2012 soll es soweit sein.

Die Betreiber selber sind mit diesem Schritt nicht einverstanden. Bei VOO und Telenet werden juristische Schritte in Erwägung gezogen.

Stefan Coenjaerts von Telenet stellte gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion am Dienstagmorgen fest, dass sein Unternehmen über ausreichende rechtliche Argumente verfügt und dass bereits ausreichend Raum für Wettbewerb bestehe:

"Die Kunden und Verbraucher haben heute schon die Wahl zwischen vier oder fünf verschiedenen Plattformen, um Fernsehen zu schauen.: Kabelfernsehen, digitales Fernsehen über den Äther, Satteliten-TV - mehr als genügend Auswahl. Wir stellen fest, dass ausreichend Wettbewerb herrscht und deshalb ist unserer Ansicht nach eine weitere Regulierung nicht nötig.“

Kurz nach Bekanntwerden der Tatsache, dass Telenet das Kabel-Monopol verliert, sackte der Kurs der entsprechenden Aktien am Montag an der Brüsseler Börse.