“Schärfere Waffengesetze notwendig”

Nach den blutigen Anschlägen in Norwegen fordert Belgiens Außenminister Steven Vanackere eine Debatte über schärfere Waffengesetze in Europa. Für den Besitz von Schusswaffen müsse es striktere Regeln geben.

Eine Debatte darüber müsse auf europäischer Ebene geführt werden, sagte der flämische Christdemokrat. Bislang sei das Waffenrecht überwiegend national geprägt.

Nach Ansicht Vanackeres (Foto) müsse zum Beispiel über eine „größere Zusammenarbeit“ und den „Austausch von Informationen“ nachgedacht werden, ähnlich wie nach dem 11. September.

Der Verband der belgischen Schützenvereine regierte ablehnend auf die Forderung des Außenministers. Die belgischen Waffengesetze seien bereits streng genug und gehörten zu den strengsten weltweit. Ein Mann wie Anders Behring Breivik, der gestanden hat, für die beiden Anschläge in der norwegischen Hauptstadt Oslo verantwortlich gewesen zu sein, sei aufgrund dieses strengen Waffengesetzes der belgischen Polizei schon lange ins Netz gegangen.

Hans Vanthemsche

In Belgien wurde das Waffengesetz nach dem Antwerpener Amoklauf von Hans Vanthemsche  erheblich verschärft.

Der junge Mann mit rechtsradikalen Sympathien hatte am 11. Mai 2006 problemlos ein Jagdgewehr kaufen können und danach in der Scheldemetropole drei Menschen erschossen. Zwei seiner Opfer – ein Kleinkind und dessen afrikanische Betreuerin – überlebten die Schüsse nicht.