Kontroverse um Phallus-Kreuz in Kloster

Ein riesiges weißes Phallus-Kreuz ist die Attraktion der diesjährigen Sommerausstellung im ansonsten eher beschaulichen flämischen Küstenort Koksijde. Troika oder Heilige Dreifaltigkeit heißt die Arbeit des Künstlers Peter Delpelchin.

Die weiße Farbe symbolisiere die Jungfräulichkeit und Reinheit der der katholischen Kirche wegen der Pädophilie-Skandale abhandengekommen sei, so der Künstler im VRT-Interview.

Erst stand das Phallus-Kreuz mit seinem Hodensockel auf dem Altar der Kirchenruine. Nach Bedenken der Einwohner, die dort im August immer einer Freilicht-Messe organisieren, wurde das Kunstwerk jetzt am Rande des Grundstücks aufgestellt. Dem Künstler ist das durchaus recht, denn jetzt sei seine Skulptur noch besser sichtbar.

Dirk Vanclooster, der Kurator der Ausstellung, verteidigt das Kunstwerk. „Kunst soll zum Dialog anregen. Das ist die gesellschaftliche Rolle des Künstlers.“

Der Kulturdezernent von Koksijde, der flämische Nationalist Jan Loones, findet das Phallus-Kreuz „herrlich“. „Wir müssen nicht darüber urteilen, was der Künstler ausdrücken wollte. Peter Delpelchin ist ein vielversprechender Künstler und Lehrer. Wir bewundern seine Kreativität“.