Breivik-e-mails auch an Flamen gesendet

Anders Breivik, der Attentäter von Oslo, hat sein Manifest per e-mail an allerlei rechtsgerichtete Gesinnungsgenossen in Westeuropa gesendet. Einer der Empfänger war Tanguy Veys, Abgeordneter der flämischen Rechtsradikalen Vlaams Belang im Bundesparlament.

Tanguy Veys hatte die e-mail von Anders Breivik (Foto oben) zur Zeit der Anschläge noch nicht entdeckt. Nach eigenen Angaben sei er erst von einem Journalisten darauf aufmerksam gemacht worden, dass auch sein Name auf der Liste der Empfänger - meist Rechtsradikale, Anti-Islamisten und europäische Nationalisten - stehe.

Veys zeigte sich erschrocken von der Tatsache, dass er und andere Vlams Belang-Parteigenossen Adressaten des Manifestes von Breivik waren. Gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte der flämische Nationalist: „Das ist eine e-mail, in der er sein Werk anpreist. Die e-mail habe ich nicht sofort erkannt. Sie wurde eine Stunde vor den Attentaten verschickt. Ich habe nicht erkennen können, das er derartige Pläne hatte. Er hat das Buch, das vier Megabyte groß ist, zu mir und zu tausenden anderen Adressen geschickt.“

Von diesen anderen Adressaten kannte er nach eigenen Angaben niemanden. Tanguy Veys sagte, dass er der Justiz diese email zur Verfügung stellen werde. Filip Dewinter, der starke Mann des Vlaams Belang, den Breivik mehrmals in seinem Machwerk zitiert, soll die e-mail nach eigenen Angaben nicht erhalten haben.