Mehrsprachiger Unterricht in Flandern

In der neuen Schulnote von Flanderns Bildungsminister Pascal Smet (SP.A) wird die Mehrsprachigkeit der Schulkinder gefördert. Ab dem Schuljahr 2013-2014 wird möglich, einige Unterrichtsfächer in englischer Sprache zu geben. Deutsch bleibt im flämischen Schulwesen vierte Sprache.

Bald sollen Fächer, wie Erdkunde oder Geschichte, flämischen Schulkindern auch in Englisch angeboten werden. Landesbildungsminister Pascal Smet (SP.A - Foto) ist der Ansicht, dass die flämischen Jugendlichen stärker im Bereich Sprachen werden sollen. Das Thema Mehrsprachigkeit zieht sich denn auch wie ein Roter Faden durch die jüngste Schulnote des flämischen Sozialisten.

Ab dem dritten Mittelschuljahr steht dem Lehrpersonal frei, bestimmte Fächer wie Geographie oder Geschichte in englischer Sprache anzubieten. In diesem Schuljahr soll auch mit Französischkursen begonnen werden. Ebenfalls ab dem dritten Mittelschuljahr sollen auch Sprachinitiativen in Deutsch angeboten werden. Ab dem Schuljahr 2013-2014 werden im flämischen Schulwesen Englisch und Französisch gleichgestellt.

Maximal steht den Schulen frei, 20 % ihrer Fächer in einer anderen Sprache anzubieten. Die Sprachen bleiben dabei freie Wahl. Die Schüler oder deren Eltern können demnach selber wählen, welche Sprache sie bevorzugen. Ist diese Wahl allerdings einmal getroffen, kann innerhalb eines Schuljahres nicht mehr gewechselt werden.

Weltsprache Englisch, Deutsch bleibt wichtig

Englisch ist eine Weltsprache. Damit verteidigt Bildungsminister Smet mit diesem Argument die Aufwertung dieser Sprache im flämischen Schul- und Bildungswesen: „Wenn wir in Zukunft eine Rolle spielen wollen, ist es wichtig, wenn wir alle diese Sprache sprechen.

In seiner Schul- und Sprachennote bestätigt der Minister auch, dass Deutsch als vierte Sprache bestehen bleibt und somit als Wahlsprache ab der dritten Mittelschule zur Verfügung steht. Allerdings empfiehlt der sozialistische Bildungsminister auch, eventuell noch andere Sprachen anzubieten - zum Beispiel die 23 offiziellen Sprachen der Europäischen Union, falls sich dazu Möglichkeiten auftun.

Dabei erwähnt er unter anderem Chinesisch, Russisch und Hindi als wichtigste in Indien gesprochene Sprache. Auch das brasilianische Portugiesisch steht in seiner Liste. Damit decken seine Empfehlungen zugleich jene Sprachen ab, die in den so genannten BRIC-Staaten, den wirtschaftlichen Boomländern Brasilien, Russland, Indien und China, gesprochen werden.