Vergessener Frachter aus Malta in Gent

Im Seehafen von Gent (Foto) wartet seit Anfang Juni ein aus Malta stammender Frachter auf bessere Zeiten. Die Besatzung des Schiffs konnte sich bisher noch selbst versorgen, doch jetzt gehen die Vorräte zu Ende und ihre Heuer haben die Matrosen auch schon lange nicht mehr erhalten.

Die Genter Hafenverwaltung wird die Besatzung des Frachters, der unter der Flagge Maltas seit Anfang Juni dort am Kluizendok liegt, ab Donnerstag mit Lebensmitteln und Wasser versorgen. Das Schiff wurde inzwischen beschlagnahmt, denn bisher hat die Reederei noch leine Hafengebühren entrichtet.

Der Frachter, die "Eleousa Trikoukiotisa“, wurde nach dem am 6. Juni Ladung in Gent gelöscht wurde defekt, doch Ersatzteile lassen auf sich warten. Zudem kämpft die Reederei offenbar mit finanziellen Problemen. Man verhandele über einen neuen Kredit für das Schiff, wie man bei ITF, der internationalen Matrosengewerkschaft hörte.

Doch unterdessen fehlt der Reederei das Geld, den Frachter zu reparieren, die Matrosen und den Kapitän zu bezahlen, sowie für die anstehenden Liegegebühren des Genter Seehafens. Einige der Matrosen haben es mittlerweile wieder nach Hause geschafft. Anderen hilft das Sozialamt in Gent, die Heimreise antreten zu können. Seit Montag sind sie in einem Genter Hotel untergebracht, denn auf ihrem Schiff gibt es kaum noch Diesel und Strom.

Öltanker unter dem Hammer

Am Dienstag begann die Versteigerung eines Öltankers aus Zypern. Der Grund für den Verkauf sind Zahlungsprobleme der Reederei, die den Kredit für das sechs Jahre alte Schiff nicht mehr bezahlen kann.

Für Roger Dujardin, den zuständigen Gerichtsvollzieher, ist diese Versteigerung schon ein besonderer Vorgang: "Das Schiff ist in ausgezeichnetem Zustand. Ich habe solch ein Schiff noch nie im Angebot gehabt. Ich glaube, das die öffentliche Versteigerung eines so großen Öltankers selbst für Antwerpen eine Premiere ist.“

Der Tanker könnte 20 bis 25 Millionen € einbringen. Am Dienstag konnten die ersten Gebote eingereicht werden. Doch eventuelle Bieter haben noch Zeit, höhere Gebote einzubringen.