Edelmarke Delvaux in chinesischen Händen

Die Fung Brands Gruppe aus Hongkong übernimmt die Mehrheitsbeteiligung am Brüsseler Lederwarenhaus Delvaux. Die Familie Schwennicke, die die Firma 1933 von Edmond Delvaux kaufte, bleibt ebenfalls Eigentümerin, aber nur noch mit einer Minderheitsbeteiligung.

Schon vor einem Jahr hatte die Geschäftsleitung von Delvaux, eine der international berühmtesten belgischen Marken, angekündigt, dass sie einen industriellen Partner suche, um die internationale Expansion finanzieren zu können.

Einen solchen Partner hat die Luxusfirma nun gefunden. Fung Brands, ein weltweit operierendes Familienunternehmen aus Hongkong, übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an Delvaux. Die Familie Schwennicke, bisher die alleinigen Eigentümer, werden nur noch eine Minderheitsbeteiligung behalten.

Wie viel Fung gezahlt hat, bleibt unbekannt, wie auch die genaue Größe der Beteiligung. Delvaux kündigte aber an, die Übernahme werde keine Auswirkungen auf die Taschenproduktion in Belgien, Frankreich und Vietnam haben. Arbeitsplätze würden nicht abgebaut.

Delvaux erhofft sich, mit der chinesischen Beteiligung der Fung Familie eine optimalere Erschließung der boomenden asiatischen Märkte. Es wurden bereits zwei Boutiquen in Hongkong eröffnet und eine weitere in der chinesischen Hauptstadt Peking.

Delvaux, das älteste belgische Lederwarenhaus

Delvaux macht seit 1829 Hand- und Reisetaschen. 1933 wurde das Haus von der Familie Schwennicke übernommen. So war Delvaux, vor der chinesischen Beteiligung, seit 182 Jahren belgisch.

Delvaux hat sich im Lederwarensektor einen großen Namen gemacht. So ist das Haus bereits seit König Leopold II (1835 – 1909) offizieller belgischer Hoflieferant. Der Betrieb hat außerdem Geschäfte in Paris, London und Italien, sowie in den Vereinigten Staaten, Russland, Korea und Japan.

Fung Brands existiert noch nicht ganz so lange, hat aber vor kurzem auch die französische Schuhmarke Clergerie übernommen, ebenfalls eine renommierte Edelmarke. Fung Brans ist Teil des Konzerns Li & Fung. Dieser wurde 1906 aufgebaut und besitzt eine Vielzahl an Geschäftsketten in Asien, vor allem in China. Jetzt will das Unternehmen auch im hochwertigen Luxusmarkt einsteigen. Vor allem in China und Indien gibt es eine immer größere Kundschaft für teure Luxusgüter.