Träges Wachstum und klaffender Zinsspread

Die belgische Wirtschaft ist in den vergangenen drei Monaten langsamer gewachsen, als am Anfang des Jahres. Auch der Zinsspread zwischen den belgischen und deutschen Staatsanleihen geht weiter auseinander.

In den vergangenen drei Monaten ist die belgische Wirtschaft nur um 0,7 % gewachsen, während das Wachstum in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 1 % angestiegen war, wie die aktuellen Zahlen der Nationalbank erkennen lassen.

Doch, diese Wachstumszahlen sehen in den Augen von Fachleuten angesichts der eher trägen Weltwirtschaft und den Unsicherheiten durch die europäische Schulden- und Eurokrise noch recht gut aus.

Allerdings geht inzwischen der Zinsspread zwischen belgischen und deutschen Staatspapieren weiter auseinander. Dieser Spread beträgt derzeit die Rekordhöhe von 184 Punkten - ein Anstieg ul rund 70 Basispunkte. Für Belgien ist Deutschland in diesem Bereich stets eine Richtlinie. Der Spread liegt unter anderem an den sinkenden Zinsen auf deutsche Obligationen, denn in unsicheren Zeiten suchen Anleger sichere Papiere und werden in Deutschland fündig.

Der Grund für diesen wachsenden Unterschied ist bei den Finanzmärkten zu suchen, die offenbar den jüngst ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrisen durch die Europäische Union nicht trauen. Länder mit hohen Schulden, wie Spanien oder Italien, und in geringerem Maße auch Belgien, tragen direkt die Folgen davon.

Allerdings, so eine Sprecherin der belgischen Schuldenagentur, hat Belgien schon jetzt drei Viertel der Summe, die in diesem Jahr für die Tilgung der Schulden gebraucht wird, eingenommen.