Die Schlümpfe: Der Film in 3D

Schon Samstag wurde der 3D-Film „Die Schlümpfe“ in europäische Avant-Premiere im Brüsseler Kinepolis-Komplex vor fast 7.000 Zuschauern gezeigt. In Belgien ist Kinostart am Mittwoch, in Deutschland Donnerstag.

Die Schlümpfe haben schon Generationen von Kindern begeistert. Im digitalen Zeitalter fehlte eigentlich nur noch eins: Ein 3D-Film mit computeranimierten Schlümpfen und echten Menschen. Der kommt jetzt in die Kinos - mit dem schlichten Titel "Die Schlümpfe" und dem heutzutage unvermeidlichen Zusatz "in 3D".

Das Filmstudio Sony Pictures hat den zweidimensionalen Kreaturen des belgischen Zeichners Peyo Tiefe eingehaucht, die dritte Dimension. Und es schickt sie erstmals in unsere Welt, die reale Menschenwelt. Raus aus dem niedlich-bunten verwunschenen Dorf im Zauberwald mitten hinein in die Metropole aller Metropolen, New York.

Denn auf der Flucht vor dem bösen Zauberer Gargamel (schön überdreht albern-böse: Hank Azaria) nehmen sechs Schlümpfe den falschen Weg, werden in einen Zauberstrudel gesaugt und im Central Park ausgespuckt - natürlich dicht gefolgt von Gargamel und dessen Katze Azrael.

Doch was sollen Schlümpfe in unserer Welt anfangen? Sie brauchen Verbündete, um Gargamel zu besiegen und wieder in ihre Heimat zurückzukommen. Die finden sie in Grace (Jayma Mays, «Der Kaufhaus Cop») und Patrick (Neil Patrick Harris, «How I Met Your Mother»), einem jungen New Yorker Pärchen.

Natürlich will der engagierte Werbefachmann Patrick zunächst nichts von den Schlümpfen wissen; er hält sie für eine Halluzination, dann für lästig. Doch - und hier kommt die Moral von der Geschicht‘ - am Ende überzeugen sie ihn von den wahren Werten im Leben: Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt, Familie.

Das ist etwas dick aufgetragen, hört sich aber schlimmer an, als es ist. Denn der Film ist rasant geschnitten, hat viel Action und ebenso viele Lacher. Das Schlumpf-Sextett ist einfach eine Bande zum Liebhaben: Der weise Papa Schlumpf, die schöne Schlumpfine, der tollpatschige Clumsy, der kluge Schlaubi, der meckernde Muffi und vor allem der mutige McTapfer - ein echter Haudegen inklusive Schottenrock und rotem Backenbart.

Regisseur Raja Gosnell («Scooby-Doo») hat die 1958 geschaffenen Schlümpfe technisch perfekt und mit Liebe zum Detail ins 21. Jahrhundert geholt. Ihr Dorf mit den Pilz-Häuschen ist eine wundervolle Fabelwelt. Die Schlümpfe haben auch in 3D nichts von ihrer Putzigkeit verloren, bauen immer noch in fast jeden Satz ein «schlumpf» ein, nerven aber mit ihrer steten Fröhlichkeit und dem allgegenwärtigen Gesinge (Lalalalalalaa) schon mal ihre Mitmenschen - so viel Selbstironie darf sein. Ein echter Spaß für Kinder im Grundschulalter; und auch die Erwachsenen können mitschlumpfen.

(Hier finden sie weiteres Material zum Film: www.schluempfe-film.de)
 

Schlumpf: eine belgische Idee

Sie sind klein, schelmisch, liebenswert - und am ganzen Körper blau: die Schlümpfe. 1958 erblickte der erste Schlumpf das Licht der Welt. Erfunden und gezeichnet hatte ihn der belgische Cartoonist Peyo, bürgerlich Pierre Culliford (1928-1992).

Zunächst spielten die kleinen Wesen in der Kinder- und Jugendzeitschrift „Spirou“ eine Nebenrolle, doch schon bald verlangten die Leser nach mehr. Den internationalen Durchbruch feierten die etwas anderen Zwerge in den 1970er Jahren in ihrem ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm «La flûte à six Schtroumpfs» («Die Schlümpfe und die Zauberflöte»).

Auf die Wortschöpfung «Schtroumpfs» kam ihr Erfinder zufällig. Beim Essen fiel ihm das Wort «Salzstreuer» nicht mehr ein. Also sagte Peyo - frei übersetzt ins Deutsche: „Könntest du mir bitte mal ... den Schlumpf ... geben?“.

An diesen Begriff erinnerte er sich später, als er die ersten Schlümpfe malte. Nach Angaben seiner Witwe Nine kam nur Blau infrage. Sie hätten demnach nicht grün sein können, da sie sonst in der Natur verschwunden wären. Rot war zu knallig, und Gelb hätte sie irgendwie krank aussehen lassen. Also blieb nur Blau übrig.

Die kleinen Figuren mit den weißen Mützen haben verschiedene Namen: In Belgien hören sie auf „Schtroumpf“ (Französisch) oder „Smurf“ (Niederländisch) und so heißen sie auch in England. In Spanien sind sie die „Pitufo“. Ihre Geschichten gibt es in mehr als 25 Sprachen - und die Schlümpfe in vielerlei Formen: im Film, als Fernsehserie, als Comic-Heft, als Sammelfigur, Spielzeug, Plüschartikel und als Kinder-Überraschung im Schoko-Ei.

Offiziell wurden 100 verschiedene Figuren kreiert, darunter Papa Schlumpf, Muffi, Fauli, Schlaubi, Torti und Schlumpfine, eine der wenigen weiblichen Schlümpfe. Schlümpfe können auch singen: «Das Lied der Schlümpfe» (1977) mit dem niederländischen Sänger Vader Abraham wurde ein Hit. (mit dpa)