Van Rompuy bald auch “Mister Euro”?

Der belgische EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy (Foto) soll auch die Gipfeltreffen der Eurozone leiten. Er soll zum Verbindungsglied zwischen den 17 Euro-Ländern und den 27 EU-Staaten werden, um die Sorgen zu beruhigen, die bei einigen durch das Gespenst eines Europas der zwei Geschwindigkeiten ausgelöst werden.

Auch soll Van Rompuy als neuer „Mister Euro“ die Kommunikation innerhalt der Eurozone vereinheitlichen. Damit soll eine Kakophonie, wie sie in den letzten Monaten häufig zu beobachten war, künftig vermieden werden. „Die Integration der Eurozone muss unbedingt beschleunigt werden, wenn man aus dem Teufelskreis der wiederholten Krisen herauskommen will“, schreibt die konservative französische Tageszeitung „Le Figaro“.

Der Euro soll also ein Gesicht bekommen. Der derzeitige Chef der Eurogruppe, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, sähe anscheinend kein Problem darin, wenn dies Ratspräsident Herman Van Rompuy würde. Auf diesen Namen sollen sich nach Verlaut die wichtigsten Euro-Staaten Deutschland und Frankreich geeinigt haben.

Die Eurozone hat in den letzten Monaten allenfalls durch Kakophonie geglänzt, die 17 Euroländer vermittelten alles andere als ein geeintes Bild. So kann es nicht weitergehen, ist man sich einig. Es bedarf eines Koordinators, der dann sozusagen das Gesicht und die Stimme der Eurozone wäre.

In der Praxis würde Van Rompuy auch die Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone leiten, die sich inzwischen eingebürgert haben.

Die Eurozone, das war bislang eigentlich der Rat der Finanzminister der Eurozone – und dem sitzt der Luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker vor. Juncker sieht aber in einer möglichen Benennung von Herman Van Rompuy zum Chef der Eurozone offenbar kein Problem. Das wäre eine ‘natürliche’ Wahl, erklärte Juncker in einem Presseinterview.

Die endgültige Entscheidung über die Umverteilung des Aufgabenpakets des EU-Ratspräsidenten soll noch im Laufes dieses Jahres getroffen werden, vermutlich während des EU-Gipfels im Oktober.