Britische Finanzbehörde warnt vor Belgien

Die britische Finanz-Aufsichtsbehörde FSA fordert von den britischen Banken, dass sie öffentlich machen, ob und über wie viele belgische Staatsanleihen sie verfügen. Das bedeutet wohl, dass der britische Finanzsektor Belgien inzwischen für ein Risikoland hält.

Die Zinsen auf belgische Staatsobligationen sind inzwischen schon auf fast 4,5 % angestiegen.

Für die Financial Services Authority (FSA) ist derzeit notwendig, dass die britischen Kreditinstitute offenlegen, inwiefern sie staatliche Papiere von hoch verschuldeten EU- oder Eurozonen-Ländern in ihrem Direktbesitz haben.

Dabei setzt der britische Finanzwachhund Belgien, das seit mehr als einem Jahr auf eine neue Bundesregierung wartet, auf die gleiche Stufe wie Griechenland, Portugal, Spanien, Irland und auch Italien.

Die FSA verglich die oben genannten Länder mit dem Rest der Eurozone und Großbritannien im Bereich der Zinsen auf Staatsanleihen und kam zu dem Schluss, dass diese hohen Zinsen plus die jeweilige Schuldenlast derzeit auch in Belgien Grund zur Besorgnis liefert.

Ende Juli hatte Belgien noch 2,5 Milliarden € mit der Ausgabe von neuen Staatsobligationen einnehmen können. Diese Anleihen flossen zu diesem Zeitpunkt recht schnell in den Markt. Doch immer noch steigt der so genannte "spread“ zwischen den belgischen Zinsen auf Staatsanleihen und den deutschen Gegenstücken. Deutschland ist für Belgien in dieser Hinsicht stets eine Referenz. Der hohe "spread“ ist ebenfalls ein Grund zur Sorge. Derzeit steht er auf einer rekordverdächtigen Höhe von 2,2 %, denn deutsche Obligationen werden derzeit mit 2,3 % verzinst.

Belgiens Schuldenlast

Belgien ächzt unter einer relativ hohen Schuldenland, auch wenn diese nach langen Jahren des eisernen Haushaltens unter die 100 %-Grenze des Brutto-Inlandsprodukts gesenkt werden konnte - 2010 betrug die Schuldenlast 98,6 % des BIP.

Inzwischen beobachten die Ratingagenturen Belgien mit Argusaugen und Ende des vergangenen Jahres hatte S&P schon vor einer eventuellen Herabstufung gewarnt. Eine ähnliche Warnung folgte im Mai 2011 von Seiten der Ratingagentur Fitch.