Schadensbegrenzung an europäischen Börsen?

Verschiedene europäische Börsen eröffneten am Montagmorgen leicht im Minus. Vereinzelt wurde ein leichter Gewinn verzeichnet. Es sah vorübergehend danach aus, als könnte der Schaden nach den Maßnahmen der Europäischen Zentralbank und der G7 begrenzt werden. Der Bel20 verbuchte gegen 10 Uhr sogar einen Gewinn von rund 0,7 Prozent. Eine Stunde später notierte der Bel20 dann wieder leicht im Minus. Gegen 15 Uhr summierte sich der Verlust auf -2,24 Prozent.

Nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's ist der Bel20-Index am Montagmorgen bei Eröffnung des Handels an der Brüsseler Börse um rund eineinhalb Prozent gesunken. Auch die anderen europäischen Börsen eröffneten mit Verlust.

Der Index der Börse in Brüssel blinkte bei Eröffnung nahezu  völlig rot, um nach einigen Minuten die Verluste leicht zurückzudrängen. Gegen 09.10 Uhr legte der Bel20 sogar kurzzeitig zu.

Nach einer Handelsstunde notierten die europäischen Börsen am Montag im Plus. Der Bel20 verzeichnete gegen 10.00 Uhr einen Gewinn von rund 0,7 Prozent.

Die Tatsachen dass der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, ankündigte, dass die EZB Staatsanleihen kaufen wolle, konnte die Anleger wohl trotzdem nicht beruhigen. Gegen 11 Uhr notierte der Bel20 dann nämlich wieder leicht im Minus. Gegen 15 Uhr summierte sich der Verlust auf -2,24 Prozent.

Ein ähnliches Szenario war auch in Mailand und in Madrid zu beobachten. Gegen 11 Uhr verzeichneten die Börsen einen Gewinn von ca. 2,5 Prozent, aber nach dem Mittag war dieser Gewinn wieder ganz und gar weggeschmolzen. Mailand schloss 1,72 Prozent niedriger und Madrid 0,66 Prozent.

Die Börsen reagierten zwar negativ auf die jüngsten Wirtschaftsereignisse und -entschlüsse, aber es gibt auch positive Signale. Dank der Nachricht, dass die EZB Staatsanleihen kaufen wolle, ist der Zins auf spanische und italienische Staatsanleihen stark gesunken. Die EZB sagte nicht, von welchen Ländern sie Staatsanleihen kaufen werde, aber allgemein wird damit gerechnet, dass es italienische und spanische Anleihen sind, weil diesen Ländern finanzielle Probleme drohen.

Letzte Woche erlebte der Bel20 seine schlechteste Woche in drei Jahren mit einem Wochenverlust von etwas mehr als 10 Prozent.