Belgien Risikoland?

Die Regierungsspitze hat sich am Montag zur aktuellen Finanzsituation auf den Märkten in einer Telefonkonferenz beraten. Belgien droht wie Italien und Spanien in wirtschaftlich turbulentes Fahrwasser zu geraten. So wird die Kluft zwischen dem Zins auf belgische Staatspapiere und dem Zins auf spanische und italienische Staatspapiere kleiner.

Letzte Woche wollte der britische Finanzaufseher auch, dass die britischen Banken bekannt geben, wie viele belgische Staatsanleihen sie in Händen halten. Das weist darauf hin, dass die Aufseher Belgien als Risikoland einstufen.

Schuldenkrise: Flahaut berät sich mit Pieters und Leterme

Der Präsident der Kammer, André Flahaut (kleines Foto), hat sich am Montag mit dem scheidenden Premier Yves Leterme und mit Sentaspräsident  Danny Pieters über die vorzeitige Einberufung des Parlaments anläßlich der Schuldenkrise beraten.

Das Parlament muss die Maßnahmen des EU-Gipfels vom 21. Juli noch in belgisches Gesetz umsetzen. Die geschäftsführende Regierung will, dass das Parlament dies bereits gegen Ende September macht. Die vorzeitige Parlamentsversammlung ist für den 5. September, also über einen Monat vor Ende der Sommerpause, angesetzt.

Flahaut hat Leterme wissen lassen, dass das Parlament alles tun werde, um so schnell wie möglich auf die Bitte der Regierung einzugehen.

Börsen weiter auf Talfahrt

Unterdessen zittern die internationalen Börsen weiter. Dies gilt auch für die europäischen Börsen. Bei Beginn schien sich der Handel leicht zu erholen, aber nach einer Handelsstunde färbten sich die meisten Indexe wieder blutrot. Sowohl in Frankfurt, als auch in Paris und London wurden zeitweise rund 3 Prozent Verlust verzeichnet.