Der Staat verliert Milliarden an der Börse

Der belgische Staat musste durch die sinkenden Börsenkurse seit Juli dieses Jahres zusehen, wie die eigenen Aktien an Wert verlieren. Die Verluste durch Anteile an verschiedenen Banken besorgten dem Staat Verluste, die auf rund 3 Milliarden € beziffert werden.

Die schlechten Börsenwerte dieser dramatischen Sommerwochen bedeuten für den belgischen Staatssäckel große Löcher und besorgen den Finanzverwaltern Sorgenfalten. Die Finanzspritzen nach der Bankenkrise 2008 gingen jetzt teilweise in Rauch auf.

Im Zuge der damaligen Bankenkrise wurde der belgische Staat durch den Verkauf der Fortis Bank an die Finanzgruppe BNP Paribas einer der Hauptaktionäre dieser französischen Bank. Daneben investierte Belgien große Summen aufgenommenes Geld in die belgische Dexia Bank. Beide Finanzinstitute verloren allerdings in der jüngsten Kreditkrise stark an Wert.

Alleine durch die am Mittwoch kursierenden Gerüchte, dass die Ratingagenturen eventuell Frankreich den hohen AAA-Status streitig machen könnten, verloren die Papiere von BNP Paribas am Mittwoch 9,47 % an Wert und Dexia schloss mit einem Minus von 7,96 % ab.

Seit Anfang Juli haben die Bank-Aktien des belgischen Staates rund 3 Milliarden € an Wert verloren. Das liegt in erster Linie am Kursverfall bei Dexia, bei BNP Paribas und beim halbstaatlichen Telekommulti Belgacom.

Belgiens scheidender Finanzminister Didier Reynders (MR) hatte noch 2008 gesagt, dass die Finanzspritzen des Staates in die Banken auf Dauer Gewinne abwerfen würden.

Sein Kollege, Haushaltsminister Guy Vanhengel (Open VLD) nannte die augenblicklichen Verluste gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard virtuell und noch keine Tatsache.

Folgen für die Rentensparfonds

Seit Jahresanfang haben die belgischen Pensionssparfonds an den internationalen Finanzmärkten rund 1 Milliarde € verloren. Nach Angaben des flämischen Wirtschaftsblatts De Tijd bedeutet dies für jeden privaten Sparer im Land einen Verlust von 784 €. Diese Verluste verdoppeln sich für jene Rentensparer, die ihre Einzahlungen von der Steuer absetzen können.

Der maximal absetzbare Betrag beläuft sich dabei auf jährlich 880 €. Davon können die Sparer zwischen 264 und 352 € je nach Einkommen zurückerstattet bekommen. Wer demnach im Januar den vollen maximalen Betrag einzahlte, sieht nach dem derzeitigen Stand 90 % davon in Rauch aufgehen…