25.000 Bürger von Amts wegen gestrichen

Alleine die Behörden im belgischen Bundesland Flandern haben im vergangenen Jahr von Amts wegen 25.000 Bürger aus den Bevölkerungsregistern gestrichen. Nach einer Meldung der Regionalzeitung Het Belang Van Limburg ist dies ein Anstieg um 60 % innerhalb von fünf Jahren.

Wenn jemand nach einer bestimmten Anzahl von Kontrollbesuchen nicht an seiner gemeldeten Adresse angetroffen wird, streichen ihn die Behörden von Amts wegen aus den jeweiligen Bevölkerungsregistern.

Damit fällt für die Betroffenen auch eine eventuelle Zahlung von Sozialleistungen weg.

Belgiens scheidende Innenministerin Annemie Turtelboom (Open VLD - Foto) gab in diesem Zusammenhang an, dass die Polizei stärker gegen Domizilierungsbetrug vorgeht:

"Wir führen in der letzten Zeit effektiv mehr Kontrollen durch, denn dies hat natürlich auch negative Auswirkungen. Zum Beispiel nutzen viele Menschen ihre gemeldete Adresse auch, um zum Beispiel von Sozialleistungen zu profitieren, auf die sie eigentlich kein Recht haben. Also, mehr Kontrollen führen demnach auch zu mehr administrativen Streichungen.“

Belgienweit soll dies bis zu 150 Mal täglich vorkommen. Insgesamt verschwinden so im ganzen Land bis zu 60.000 Personen aus den Bevölkerungsregistern.