Öl vor Schottland: Keine Gefahr für Belgien

Das Ölleck vor der schottischen Küste, also im britischen Teil der Nordsee, stelle keine Gefahr für die belgische Küste dar. Derzeit treibe noch weniger als zwei Tonnen auf dem Wasser, aber es handele sich um "sheen", eine blau-braune Substanz, die übrig bleibt, sobald ein Teil des Öls verdampft ist und ein anderer Teil auf den Boden gesunken ist. Das sagt Jan Tavernier vom belgischen Umweltamt am Montag.

Seit vergangenem Mittwoch fließt aus einer geborstenen Pipeline der Plattform Gannet Alpha Öl in die Nordsee. Die Besitzerin der lecken Ölplattform, Royal Dutch Shell, hielt sich zunächst mit Informationen über das Leck zurück und wurde dafür von Umweltorganisationen scharf kritisiert.

Es gebe noch keinen Aufschluss darüber, ob das Leck vollständig abgedichtet sei, aber am Montag Abend hieß es bei den britischen Behörden, dass es nur noch kleine undichte Stellen gebe.

Auf dem Wasser, so hieß es am Montagabend, treibe noch eine 14 Kilometer lange und rund einen halben Kilometer breite Ölschicht. Das Öl werde aber durch die Wellenaktivitäten aufgelöst. "Es handelt sich noch um sheen, das durch die weitere Sonneneinwirkung und die Wellenaktivitäten innerhalb von zwei bis drei Tagen vollständig verschwunden sein müsste", so Tavernier.

Das Ölleck von Shell sei im Vergleich zur Katastrophe im Golf von Mexiko klein, erklärt Tavernier.  Dort belief sich die Menge des ausgelaufenen Öls auf mindestens eine halbe Million Tonnen. Das Ölleck im britischen Teil der Nordsee war 20 bis 50 Tonnen groß. "Zum Vergleich: Das sind ein bis zwei Tankwagen", weiß Tavernier.

Das Leck entstand an einer Bohrplattform der Ölgesellschaft  Shell etwa 180 Kilometer vor der schottischen Küste. Ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter konnte das Leck ausmachen, nachdem auf der Meeresoberfläche ein Ölfleck gesehen wurde.

Die britische Regierung spricht von 200 Tonnen ausgelaufenem Öl und stützt sich dabei auf neueste Zahlen. Das Leck ist noch nicht vollständig gedichtet, aber die Shell-Bohrplattform, aus der das Öl ausgetreten ist, sei wieder in Betrieb.

Jetzt könne wohl keine Rede mehr davon sein, dass Shell am Nordpol bohrt, sagt Vicky Wyatt von Greenpeace, denn dort sei es noch viel schwieriger, ein Leck zu dichten. 

Das belgische Umweltamt sagt, dass keine Gefahr bestehe, dass die belgische Küste durch das Ölleck verschmutzt werde. Das meiste Öl sei verdampft oder auf den Boden gesunken.