Geschäftsmann zahlt Burka-Strafzettel

Ein Geschäftsmann aus Frankreich zahlt die Bußgelder, die der belgische Staat gegen zwei minderjährige Mädchen wegen des Verstoßes gegen das Burka-Verbots ausgeschrieben hat. Der Mann sagte, sowohl gegen das Tragen von Burkas zu sein, als auch gegen das Verbot davon.

Seit Anfang Juli gilt in Belgien das so genannte Burka-Verbot. Das bedeutet, dass in den belgischen Straßen verboten ist, Kleidung zu tragen, die das Gesicht der Trägerinnen vollständig oder zum größten Teil bedeckt.

Vor kurzem wurden zwei Mädchen, 16 und 17 Jahre alt, von der belgischen Polizei zu einem Bußgeld von jeweils 50 € verurteilt, weil die gegen das Burka-Verbot verstoßen hatten und sich mit verschleiertem Gesicht in der Öffentlichkeit bewegten.

Nun hat der in Frankreich ansässige Geschäftsmann und Menschenrechtsaktivist Rachid Nekkaz die Zahlung dieser Bußgelder zu übernommen.

Am Mittwochmorgen wurde er im Gemeindehaus im Brüsseler Stadtteil Sint-Joost-ten-Noode vorstellig und beglich die Strafzettel. Gleiches tat er auch schon in Frankreich selber, als er einen Strafzettel über 75 € übernahm, den eine verschleierte Frau im nordfranzösischen Roubaix erhalten hatte.

Klage gegen Belgien und Frankreich

Der Geschäftsmann gab an, es sei selbst gegen das Tragen von Burkas und anderen Verschleierungen von moslemischen Frauen, doch er sei auch gegen das Verbot von Burkas. Der Mann hält dies für undemokratisch und will Belgien und Frankreich in dieser Frage vor dem europäischen Menschenrechtshof in Luxemburg verklagen.

Seiner Ansicht nach dürfe man Frauen nicht verklagen, die freiwillig aus Glaubensgründen eine Burka tragen wollen. Man sollte vielmehr islamische Männer verklagen, die ihre Frauen und Töchter dazu verpflichten, eine Burka zu tragen, wenn diese das eigentlich nicht tun wollen.