Bald nur noch Chipkarten bei De Lijn

Die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn wird in absehbarer Zeit ihr Fahrkartensystem auf Chipkarten umstellen. Bis 2014 sollen alle herkömmlichen Fahrkarten und Abos abgeschafft und durch moderne Chipkarten ersetzt werden.

Das neue Fahrkarten- und Zahlungssystem soll der Nahverkehrsgesellschaft des belgischen Bundeslandes Flandern dabei helfen, besser auf ihre Kunden und Fahrgäste eingehen zu können. Das Chipkartensystem erlaubt De Lijn, die Fahrzielauswahl der Nahverkehrsnutzer besser auszuwerten und das Angebot auf die heutigen Bedürfnisse anzupassen.

Die ersten Kunden von De Lijn, die ihre Fahrkarten als Chipkarte ausgestellt bekommen, werden die Rentner, bzw. die über 65jährigen sein, deren Abos schon im kommenden Jahr umgestellt werden.

2013 folgen alle anderen Abonnementen und bis 2014 soll das herkömmliche Fahrkartensystem für Einzelfahrscheine überflüssig werden.

Ab September 2012 werden alle Busse und Straßenbahnen sowie die Haltestellen von De Lijn landesweit mit der dazu notwendigen Infrastruktur ausgerüstet. Vorher wird das Chipkartensystem als Pilotprojekt in der Provinz Flämisch-Brabant getestet.

In Zukunft sollen alle Fahrzeuge von De Lijn auch Bordcomputer erhalten, mit denen die Fahrgäste besser informiert werden können. Flanderns Landesverkehrsministerin Hilde Crevits (CD&V - Foto) macht für dieses Projekt 97 Millionen € frei.

Der Fahrgastverband TreinTramBus (TTB) zeigt sich vorsichtig positiv gegenüber dem Projekt, weist aber darauf hin, dass ein ähnliches Vorhaben in den benachbarten Niederlanden noch immer nicht störungsfrei funktioniert. Doch in Anbetracht eines übersichtlicheren Preis- und Fahrkartensystems hält TTB das Vorhaben für eine gute Sache.

Bald ein Fahrkartensystem für alle Verkehrsverbünde?

Ziel des Chipkartensystems von De Lijn ist die mittelfristige Einführung eines einheitlichen Fahrkartensystems für alle Nahverkehrsverbände in ganz Belgien.

Diese Fahrkarten sollen in Zukunft auch in den Zügen der Bahngesellschaft NMBS/SNCB, für die wallonische Nahverkehrsgesellschaft TEC und für die Busse und Bahnen der Brüsseler Regionalgesellschaft MIVB/STIB (Foto) gelten.

In Brüssel ist ein ähnliches System, die so genannte mobib-Karte, schon länger in Gebrauch und kommt bei den Fahrgästen recht gut an.