Pukkelpop: Hasselt und Twitter helfen im Chaos

Kurz nach dem Unwetter, dass dem Pukkelpop-Festival in Hasselt ein brutales Ende bereitete, wurde in der Stadt ein Krisenzentrum eingerichtet. Von dort aus wurden Pendelbusse organisiert, die Festivalbesucher in die Stadt brachten, wo sie für die Nacht Unterschlupf finden konnten.

Die Stadt Hasselt öffnete gleich mehrere Hallen und Säle, damit sich die Festivalbesucher vom Schock des Erlebten erholen konnten, damit sie einen trockenen Schlafplatz fanden und es wurden warme Getränke angeboten.

Hasselts Bürgermeisterin Hilde Claes (SP.A - Foto) weilte die ganze Nacht vor Ort und koordinierte die Hilfsaktionen gemeinsam mit Pukkelpop-Boss Chokri Mahassine.

Doch auch viele Privatleute in Hasselt und in den naheliegenden Ortschaften sorgten für spontane Hilfe und boten jungen Leuten ein Dach über dem Kopf an, trockene Kleidung und die Möglichkeit, telefonisch Entern, Freunde und Angehörige anzurufen.

Mehrere Hotels in Hasselt, auch Nobelherbergen und Business-Hotels, luden Festivalbesucher ein, kostenlos bei ihnen zu übernachten und sich abzutrocknen. Vereine öffneten ihre Lokale, ehrenamtliche Hilfsdienste boten ihre Hilfe an. Jugendliche, die Ersthilfe-Kurse belegt hatten, meldeten sich beim Roten Kreuz, um zu helfen und wurden eingespannt.

Hilfe und Zuspruch über Twitter

Wozu moderne Kommunikationsmittel, wie die sozialen Netzwerke fähig sind, wenn alles andere versagt, zeigte angesichts des Dramas bei Pukkelpop die Mikroblog-Seite Twitter.

Sofort kam über Twitter eine Welle der Hilfe und der Solidarität an und nach der Tatsache, dass die Handynetze völlig überlastet waren, wurde diese Einrichtung zur primären Informationsquelle.

Letztendlich vernahmen viele Angehörige zu Hause via Twitter, wie es ihren Kindern in Hasselt ergangen war. Auch spontane Hilfe wurde über Twitter angeboten.

Wie geht’s jetzt weiter mit Pukkelpop?

Während einer Pressekonferenz der Stadt Hasselt und der Veranstalter von Pukkelpop am Morgen nach der Katastrophe wurde die Frage gestellt, ob die Festivalbesucher ihre Tickets erstattet bekommen. Pukkelpop-Boss Chokri Mahassine (Foto) reagierte erst mal schockiert über diese Frage und gab an, vor dem Finanziellen sei in erster Linie das Menschliche, das Emotionale wichtiger.

Menschen hätten ihr Leben verloren und es gelte, dutzende Verletzten zu helfen und zehntausende Besucher sicher nach Hause zu bringen.

Doch mit Sicherheit werden sich die Veranstalter dieses mittlerweile europaweit bekannten und beliebten traditionsreichen Alternativ-Festivals Pukkelpop mit Finanzfragen beschäftigen. Gegen Vorkommnisse, wie das am Donnerstagabend sei man versichert. Alles andere werde besprochen, wenn die menschlichen Fragen geregelt seien. Ob es nächstes Jahr noch ein Pukkelpop geben wird, steht derzeit nicht zur Debatte. So eine nie dagewesene Katastrophe müssen die Veranstalter erst einmal verdauen.

Solidarität und Verständnis für die Absage des Festivals nach der Unwetterkatastrophe am Donnerstagabend, dem ersten von drei Festivaltagen, kam von Seiten der vielen Musiker und Bands, die dort auftreten sollten.

Der VRT-Jugend- und Popsender Studio Brussel listet die wichtigsten Twitternachrichten zu Pukkelpop auf.