"130 Asylbewerber auf Straße gesetzt"

In der vergangenen Woche sind erneut 130 Asylbewerber wegen mangelnden Unterkünften auf der Straße gelandet. Das sagt das Flüchtlingswerk Flandern. Laut der Organisation seien in diesem Jahr schon über 1.300 Asylbewerber ohne Auffangmöglichkeit auf die Straße gesetzt worden.

Am Freitag sind 11 Asylbewerber ohne Unterkunft und Betreuung auf die Straße gesetzt worden. Am Donnerstag waren es 51 und am Dienstag 68. "Viele unter ihnen sind Familien mit kleinen Kindern", heißt es bei der Organisation.

In diesem Jahr sind bereits 1.311 Asylbewerber auf die Straße gesetzt worden. Seit Oktober 2009 habe man beim Flüchtlingswerk Flandern insgesamt 9.028 Menschen gezählt, die auf der Straße gelandet seien.

"Das ist inakzeptabel", sagt die Direktorin Els Keytsman. "Asylbewerber haben Kraft Gesetz und als Mensch Recht auf eine  Unterkunft und Betreuung. Statt dessen müssen sie nun in einem fremden Land, bei Wind und Wetter und auf der Straße, unter freiem Himmel, versuchen, zu überleben."

Das Asylverfahren ist sehr kompliziert und es braucht viel Vorbereitung und Betreuung, heißt es. "Die Asylbewerber erhalten ein Dokument mit der Aufschrift "keine Zuteilung". Theoretisch dürfen sie sich dann an das Sozialamt wenden. Dafür muss man aber wissen, was ein Sozialamt ist und wie das alles in unserem Land funktioniert."

Das Flüchtlingswerk Flandern fordert, dass so schnell wie möglich zusätzliche Unterkunftsmöglichkeiten geschaffen werden. Das erfolge am besten in Absprache mit den Städten und Gemeinden.

Die Asylheime kämpfen schon länger mit Platzmangel. Auch im Juli wurden bereits Menschen auf die Straße gesetzt, weil es keine Aufnahme gab. Laut der Asylbehörde Fedasil, sei der Zustrom von Menschen hoch und die Abwanderung niedrig. Mehr Menschen stellen Asylanträge, gleichzeitig werde aber das Ziel von 1.500 bearbeiteten Anträgen pro Monat nicht geschafft.