Verbraucherorganisation klagt gegen 2 Airlines

Die Verbraucherorganisation Test-Aankoop (Stiftung Warentest) reicht eine Klage gegen Brussels Airlines und Ryanair ein. Test-Aankoop findet, dass beide Fluggesellschaften unehrliche Zuschläge verlangten. Obwohl es nicht verboten ist, Zuschläge zu erheben, will die Verbraucherorganisation, dass der Konsument vorab weiß, wie viel ihn sein Flugticket tatsächlich kosten wird. Jetzt weiß er das erst am Ende einer Buchung.

Test-Aankoop kritisiert zum Beispiel den Zuschlag von 7,50 Euro, die Brussels Airlines seit kurzem bei Kreditkartenbuchungen anrechnet. Brussels Airlines zufolge führe Test-Aankoop "wieder einmal eine Polemik gegen sie".

Die Fluggesellschaft betont, dass die Kunden den Zuschlag umgehen könnten, indem sie mit einer gewöhnlichen Bankkarte bezahlten. Test-Aankoop ist jedoch der Überzeugung, dass die Kunden in der Praxis häufig nur mit einer Kreditkarte bezahlen könnten. "Lange nicht alle Verbraucher können im Internet mit ihrer Bankkarte bezahlen", heißt es.

Brussels Airlines rechnet den Zuschlag bei den Kunden an, weil die Gesellschaft selbst auch für die Transaktion bezahlen muss. Die Gesellschaft wälzt die Kosten also auf den Kunden ab. Test-Aankoop bezweifelt, dass 7,50 Euro die tatsächlichen Kosten für die Transaktion sind. "Wir arbeiten in einer Umgebung absoluter Konkurrenz, wir haben also kein Interesse daran, mehr anzurechnen als nötig", verteidigt sich Brussels Airlines.

"Meister der Verbraucher"?

Außer Brussels Airlines kritisiert Test-Aankoop auch die irische Fluggesellschaft Ryanair. Die Organisation nennt Ryanair den "Meister der Zuschläge".

"Unerwartete, undurchsichtige und fast unkontrollierbare Zuschläge führen dazu, dass sich der Flugpreis manchmal verdoppelt", so Test-Aankoop.

Ryanair sieht sich im Gegenteil eher als "Meister der Verbraucher" mit niedrigen Tarifen, die die Fluggäste jederzeit in Anspruch nehmen könnten. Sie bezahlten nur die Dienste, die sie nötig hätten. Die Fluggesellschaft ist stolz darauf, die erste Gesellschaft in der EU zu sein, die im Juli 8 Millionen Passagiere beförderte.