Es lebe die Garnele auf der Speisekarte?

In Belgien bieten die Köche eine neue Delikatesse an: Lebende Garnelen. Sie folgen damit dem Trend, das Essen so frisch wie möglich zu servieren. Einige Köche präsentieren die Tierchen sogar lebend ihren Gästen. Die Tierschutzorganisation GAIA ist der Meinung, dass Tiere nicht lebend serviert werden sollten. Das schreibt die Zeitung Gazet Van Antwerpen am Donnerstag.

Der Spitzenkoch Filip Claeys des Restaurants De Jonkman in Brügge und Rudi Van Beylen Chef des Restaurants Hof Ten Damme hatten die Idee, lebende Garnelen zu servieren, schreibt die Zeitung.

Sie backen sie, fritieren sie oder kochen sie selbst im Restaurant. Bei Claeys kann man sie auch lebend genießen. Die lebend angelieferten Tierchen schmeckten einfach ein bisschen süßer als diejenigen, die bereits gekocht angliefert werden, heißt es.

Krebse, Langusten und Muscheln würden ja auch häufig lebend aufbewahrt und erst kurz vor dem Servieren in den Kochtopf geworfen. Austern würden selbst lebend gegessen und das ist auch die Idee, von der die beiden Köche Claeys und Van Beylen ausgegangen sind.

Einige Garnelenfischer bringen die Tiere lebend ans Ufer. Dadurch können die Restaurants die Tiere lebend zubereiten.

Tierschutzorganisation empört

Der Vorsitzende der Tierschutzorganisation GAIA, Michel Vandenbosch, reagiert in der Zeitung Gazet Van Antwerpen empört. Er weist daraufhin, dass es bei Krebsen wissenschaftlich erwiesen sei, dass die Tiere Schmerzen hätten, wenn sie in einen Topf mit kochendem Wasser geworfen würden. Bei Garnelen sei das zwar noch nicht bewiesen, aber dann müsse man im Zweifel halt für die Garnelen sein."

Laut Claeys sei es nicht brutal, die Tiere lebend vorzubereiten. Er backe sie vor allem in einer heißen Pfanne in Öl, bei einer Temperatur von mindestens 100 Grad. Es dauere 2 bis 3 Sekunden bis die Tiere tot seien.