Flämische Schule, anderssprachige Kinder

Von den Schülern der katholischen Grundschulen in den flämischen Gemeinden um Brüssel herum, sprechen vier von zehn Schülern kein Niederländisch zu Hause. Und diese Zahl nimmt weiter zu. Das geht aus einer Studie des flämsichen Verbandes katholischen Grundschulunterrichts hervor.

Es handelt sich dabei offenbar vor allem um französischsprachige Schüler. Der Zustrom dieser Schüler hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Die Studie wertete Zahlen aus einer Umfrage bei 46 katholischen Grundschulen in 32 Gemeinden um Brüssel herum aus. Bei der Zählung wurde ein Unterschied zwischen französischsprachigen Schülern und Schülern, die zu Hause weder Französisch noch Niederländisch sprechen, gemacht. Der Grund hierfür sei, so der Verband, dass die Lehrer in diesen Gemeinden um Brüssel vor allem Probleme mit französischsprachigen Schülern und Eltern hätten, die forderten, dass in flämischen Schulen französisch gesprochen werde.

Aus der Umfrage geht hervor, dass sehr viel mehr Schüler, die zu Hause kein Niederländisch sprechen, in die Kindergärten und ersten Klassen der Grundschulen als in die höheren Klassen der Grundschulen gehen. Daraus schließt der Verband, dass der Zustrom nicht Niederländischsprachiger in den letzten Jahren gestiegen ist.

Es ist nicht deutlich, von woher die Kinder kommen, also ob die Schüler aus Brüssel oder Wallonien sind und die flämischen Schulen in den Gemeinden um Brüssel herum besuchen oder ob es sich um eine Französisierung der Gemeinden um Brüssel handelt?

Die Maßnahmen, die die Politik nehmen könnte, hingen von der Antwort auf diese Frage ab, betont der Verband.

Der Verband fordert die Ausweitung des Einschreibevorrechts für niederländischsprachige Schüler in niederländischsprachigen Schulen, wie es das bereits in Brüssel gibt, auf die Gemeinden um Brüssel herum. So ein Einschreibevorrecht auf die Gemeinden um Brüssel herum auszuweiten, mache jedoch nur dann Sinn, wenn dort noch ausreichend niederländischsprachige Schüler wohnten. Die Politik müsse deshalb auch die Rahmenbedingungen von Schulen auf Grundlage jüngster Zahlen berechnen.

Solche Maßnahmen würden nicht dazu führen, dass französischsprachige Schüler verschwänden, sagt die Dachorganisation für das Unterrichtswesen. Sie findet, dass dies im übrigen auch nicht das Ziel sein dürfe.