448 Einsätze belgischer F-16 über Lybien

Falls die NATO weiterhin eine Rolle beim Übergang zu einem neuen Regime in Lybien spielt, will Belgien dabei helfen. Das hat Premier Yves Leterme (CD&V) bei einer Debatte über Lybien am Donnerstag im Parlament gesagt.

Das Regime des lybischen Machthabers Muammar el Gaddafi gehe dem Ende zu, aber das hieße nicht, dass das belgische Engagement in dem Land damit auch zu Ende sei, ließ der scheidende Premier Yves Leterme (CD&V) im Parlament wissen.

Dort wurde am Donnerstag stundenlang über die weitere Rolle Belgiens in Lybien debattiert. Leterme war zusammen mit Außenminister Steven Vanackere (CD&V) und Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) gekommen, um über die belgische Teilnahme am Lybieneinsatz und über jüngste Entwicklungen in dem Land zu informieren.

Für Leterme ist es wichtig, dass der Übergang zu einem normal funktionierenden Rechtsstaat in Lybien mit Hilfe internationaler Begleitung erfolgt.

Die Europäische Union und die NATO überlegten jetzt schon, welche Rolle sie noch spielen könnten, so der Premier. Leterme zufolge könnte die NATO anfänglich zum Beispiel internationale Hilfsaktionen unterstützen, in dem sie ihnen Schutz anböte.

Auch Belgien ist bereit, weiterhin einen Beitrag zu leisten. "Ich sage nicht, dass das beschlossene Sache ist. Ich sage nicht, dass das nun offensichtlich ist, aber ich denke, dass unser Land zur Verfügung stehen sollte", so Leterme. "Wir haben in dieser Sache eine sehr große Verantwortung übernommen. Belgien hat eine sehr positive und konstruktive Rolle gespielt. Ich denke, dass wir diese fortsetzen müssen."

Das können wir zum Beispiel, in dem wir Bodentruppen unter NATO-Führung einsetzen. Ob jedoch für so ein neues militärisches Mandat auch eine Mehrheit in der Kammer gefunden wird, ist noch lange nicht sicher. Die flämischen Nationalisten von der N-VA, die flämischen Grünen Groen! und die flämischen Sozialisten von der SP.A wollen lieber keine Bodentruppen nach Lybien entsenden. Die SP.A würde so eine Rolle lieber für die arabischen Ländern reservieren.

365 Bomben abgeworfen, zu 97 % getroffen

"97 Prozent unserer Einsätze haben wir gut ausgeführt, kein anderes Land könnte das besser machen", hieß es unterdessen zufrieden in den Gängen des Parlaments.

Die 6 F-16, die Belgien in Lybien einsetzt, haben seit Beginn der Teilnahme an der ausländischen Intervention in Lybien bereits 448 Einsätze ausgeführt. Insgesamt haben sie dabei 365 Bomben abgeworfen. Davon hat 97 Prozent das Ziel getroffen. Verteidigungsminister Pieter De Crem gab diese Zahlen im Parlament der Öffentlichkeit Preis.

Die F-16 haben insgesamt 1.890 Flugstunden hinter sich. Damit dauerten die 448 Einsätze im Durchschnitt 4 Stunden. Ungefähr ein Drittel der Einsätze wurde nachts geflogen.

Das Minensuchboot Narcis war 60 Tage in den Lybischen Gewässern aktiv, vom 20. März bis zum 20. Juli. Die Narcis hat 12 Tage lang nach Minen im Hafen von Misrata gesucht. Am 19. August übernahm die Lobelia die Aufgabe der Narcis. In der Nacht zum Donnerstag wurde die Lobelia erstmals vor der Küste von Tripoli eingesetzt.