Davignon regt Sonderabgabe für Reiche an

Wie in Frankreich fordern nun auch einige Belgier, allen voran Belgiens bekanntester Geschäftsmann Etienne Davignon, eine Sondersteuer für Vermögende zur Konsolidierung des belgischen Staatshaushalts. Andere Belgier sind jedoch gegen den Vorschlag, denn der Steuerdruck hierzulande sei schon jetzt so hoch wie nirgends sonst auf der Welt.

"Mit Sparen allein, werden wir unsere Staatsfinanzen gegen 2015 nicht ins Gleichgewicht bekommen", argumentiert Davignon. Zusätzliche Steuern würden also nötig. Diese könne man aber nicht von den Menschen verlangen, die schon jetzt auf ihrem Zahnfleisch gingen. Also müsse man schauen, wer einen Beitrag leisten könne.

"Was mich betrifft, so würde eine Sonderabgabe meinen Lebensstil nicht beeinflussen", so Davignon. Außerdem müsse die Geschäftswelt auch Verantwortung übernehmen.

Damit schließt sich Davignon einer Gruppe Vermögender aus Frankreich an, die so eine vorübergehende Abgabe für Superreiche fordern. Diese Woche wird die Sondersteuer dort auch effektiv eingeführt.

Davignon und die Vermögenden aus Frankreich folgen damit einer Idee des amerikanischen Starinvestors Warren Buffet, der die amerikanische Regierung aufforderte, die Reichen mehr Steuern bezahlen zu lassen.

Regierungsbildner Elio Di Rupo (PS) schlug in seinem Kompromisspapier unter anderem vor, eine zeitlich befristete Krisensteuer auf Vermögen von über 1,25 Millionen Euro zu erheben. "Ich bin auch dafür, dass diejnigen, die die Möglichkeit haben einen Beitrag zu leisten, ohne dass sich das bei ihnen negativ auswirkt, das auch tun", bestätigt Davignon der VRT-Nachrichtenredaktion.

Nicht alle Belgier sehen das so

Andere Belgier, so auch der Direktor des belgischen Unternehmerverbands, Pieter Timmermans, weisen daraufhin, dass die Einnahmen einer solchen Abgabe relativ gering seien. Wir dürften nicht erwarten, dass wir damit die  Haushaltsprobleme lösen könnten.  Außerdem sei Belgien bereits ein Spitzensteuerland, warnt Timmermans in der Zeitung Het Nieuwsblad.

Wir sollten also gut aufpassen, bevor wir eine neue Steuer einführen. Diese könne vielleicht leicht umgangen werden und zur Kapitalflucht führen.