Vater von Genter Boxer erliegt Verletzung

Am Dienstagmittag ist der Vater des Genter Boxers Junior Bauwens gestorben. "Es war ein Unfall", betont Junior. Bauwens, Vater von sieben Kindern, worunter vier Autisten, sei laut Junior von einem seiner minderjährigen Brüder erschossen worden.

Junior Bauwens hat eine harte Zeit vor sich. Nach dem Tod von seinem Vater und den Verhören durch das Gericht legte er in den Zeitungen Het Laatste Nieuws und Het Nieuwsblad seine Sicht der Dinge über das Geschehene dar.

Bauwens sagt, das sein Vater, der gerade eine neue Freundin hatte, durch ein Versehen von seinem kleineren, schwer autistischen Bruder erschossen worden sei.

"Mein Vater war am Montagnachmittag zu uns gekommen, um zu sprechen. Über die Kinder, über Mutter und über alles mögliche", so Junior.

"Zu keinem Zeitpunkt ist ein lautes Wort gefallen oder so. Zu einem bestimmten Moment hat meine Mutter Essen gemacht, ich schaute mir einer meiner Wettkämpfe an und die anderen Kinder waren oben und spielten."

"Mein Bruder war bei meinem Vater und plötzlich hörten wir einen lauten Knall. Wir haben Vater da liegen sehen. Neben ihm stand mein hysterischer Bruder."

"Er ist verrückt nach Feuerzeugen und kleinen Elektropistolen, mit denen man jemandem Schläge versetzen kann. So hat er, denke ich, den Abzug aus Versehen betätigt. Zum Glück wird er niemals begreifen, was er da getan hat."

"Boxen ist für mich die einzige Art und Weise, um das alles zu verarbeiten."

"Mein Bruder hat geschossen und das aus Versehen getan", betont der 23-jährige Boxer. "Er weiß nicht einmal, was eine Waffe ist." Laut Junior hatte Vater Bauwens selbst die Pistole mitgebracht.

"Meine Mutter ist gegen Waffen, eben weil sie so gefährlich für Kinder sind. Ich vermute, dass mein Vater sie gegen meine Mutter richten wollte", erklärt Bauwens.

"Mein Vater hatte eigentlich keine Ahnung von seinen Kindern. Wissen Sie, dass er erst Interesse für mich zeigte, als ich mit 14 meinen ersten Kampf gewann? Siegte ich, dann lobte er mich in den Himmel, verlor ich, dann war ich ein Scheißkerl."

Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch, aber für Junior steht fest: "Ich werde weiter zusammen mit meiner Mutter für meine Geschwister sorgen. Und ich boxe weiter, denn das ist für mich die einzige Art und Weise, das verarbeiten zu können. Im Ring kann ich alles um mich herum vergessen. Ich werde nicht mit dem Boxen aufhören, niemals!"