Die Schule hat wieder angefangen

Nach zwei Monaten Sommerferien beginnt an diesem 1. September 2011 für rund 1,12 Millionen flämische Kindergarten- und Schulkinder wieder der Ernst des Lebens. Doch auch für die etwa 150.000 Lehrerinnen und Lehrer sind die Ferien definitiv zu Ende.

Jeder Schulanfang bedeutet alle Jahre wieder das gleiche: Die eher gemütlichen Gewohnheiten der Ferienzeit - länger schlafen, länger aufbleiben, spielen, in Urlaub fahren, auf Lager sein - müssen neuen Spannungen weichen. Wie sind die neuen Lahrer? Wie geht es den Mitschülern? Wer sind die neuen Klassenkameraden? Wie sieht der neue Lehrstoff aus?

Auch für die Lehrer, die zumeist schon seit einigen Tagen und Wochen das neue Schuljahr planten, beginnt wieder eine neue spannende Zeit. Und auch für die Eltern ändert sich so manches, im Vergleich mit den letzten beiden Monaten. Es kehrt wieder Ruhe in Wohnung oder Haus ein. Der gewohnte Trott wird wieder aufgenommen.

Nur für die Erstklässler und deren Eltern beginnt eine völlig neue Zeit. So manche Träne wird vor dem einen oder anderen Schulhof wohl verdrückt werden, denn hier beginnt der echte Ernst des Lebens: Für die i-Döze das erste Jahr in der "großen Schule" und für die Eltern die Tatsache, dass nicht mehr nur sie über das Schicksal ihrer Söhne oder Töchter bestimmen.

Zusätzliche Herausforderungen

Auf das Schulwesen im belgischen Bundesland Flandern kommen bald neue und größere Herausforderungen zu, denn die Zahl der Schulkinder steigt schon jetzt merklich und dabei sind die geburtenstarken Jahrgänge dieses Jahr noch gar nicht wirklich angesagt.

Um allen neuen Schulkindern in den Klassen den notwendigen Platz bieten zu können, braucht es in Flandern kurzfristig zusätzliche Lehrkräfte und neue Schulen. Das flämische Bildungsministerium will dazu auch private Investoren heranziehen, doch damit kann sich die Europäische Union derzeit so gar nicht anfreunden.

Nach Medienangaben brauchen die Schulen im Land Flandern in den kommenden 10 Jahren bis zu 50.000 neue Lehrkräfte. Schon für das kommende Schuljahr 2012-2013 müssen die flämischen Grundschulen bis zu 1.300 neue Lehrerinnen einstellen. Nach verschiedenen Berechnungsmodellen wäre, wenn nichts geschehen würde, im Jahr 2020 alleine in Flandern ein Lehrkräftemangel von bis zu 20.000 Stellen zu beklagen.

Bildungsreform

Überdies kündigt sich für das Schuljahr 2013-2014 in Flandern eine umfassende Schulreform an, bei der die verschiedenen geltenden Systeme angeglichen werden. Das beinhaltet unter anderem, dass es ein breiteres allgemeineres Unterrichtsangebot geben wird und das die Schüler auch besser individuell gefördert werden sollen.

Ab dann wird auch mehr Englisch an den flämischen Grund- bis Mittelschulen gegeben. Die Stundenzahl für Englisch wird der zweiten Sprache Französisch angepasst. Zudem wird der Unterricht in der Muttersprache Niederländisch deutlich verbessert werden.