Wie steht es um unsere Banken ?

Die Situation der belgischen Banken sei zwar nicht beunruhigend, aber es sei Wachsamkeit angebracht, denn sie seien noch verwundbar. Das sagt der Gouverneur der Nationalbank (NBB), Luc Coene, am Freitag in einem Interview mir der französischsprachigen Zeitung La Libre Belgique.

Luc Coene (kleines Foto) erklärt, dass die KBC und Dexia derzeit einem Umstrukturierungsprogramm folgten, das ihnen die Europäische Kommission auferlegt hatte.

Ihre Halbjahresergebnisse seien positiv, aber es gelte noch stets eine erhöhte Wachsamkeit, weil die Banken noch immer nicht stabil seien, so der Gouverneur.

Auf die Äußerungen der IWF-Chefin Christine Lagarde letzten Sonntag und den Inhalt des Entwurfs des IWF-Berichts, nämlich, dass der Kapitalbedarf der europäischen Banken zu optimistisch eingeschätzt worden sei, sagt er, dass die Stresstests gezeigt hätten, dass das Kapitalratio von KBC und Dexia in Ordnung sei. 

"Allgemein bewegen sich die Probleme heute sehr wohl auf  dem Gebiet der Liquidität. Man kann nicht leugnen, dass  anschleppende Liquiditätsprobleme zu Zahlungsunfähigkeitsproblemen führen können. Deshalb ist es dringend notwendig, das die griechische Frage gelöst wird."

Das IWF soll in diesem Entwurf festgestellt haben, dass Lastschriften auf Staatspapiere von Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Italien und Belgien die Banken 200 Milliarden Euro ihres Kapitalpuffers kosten könnten.

KBC und Dexia haben im Juli den europäischen Stresstest  bestanden. Beide behalten  im Falle eines wirtschaftlichen Katastrophenszenarios ein Kapitalratio von über 10 Prozent, scheint es, während nur 5 Prozent nötig waren, um den Test zu bestehen.

Über Euro-Obligationen spricht Coene positiv, aber unter bestimmten Voraussetzungen. "Solange es keine automatischen Sanktionsregeln für schlechte Politik gibt, hat es keinen Sinn, Euro-Obligationen zu lancieren (...). Wir brauchen eindeutige Vereinbarungen auf europäischer Ebene über Haushaltsmaßnahmen und über eine wirtschaftliche Konvergenz.