Diamantenhändler betrügen den Fiskus

Die Antwerpener Justiz und die Sondereinheit der Steuerinspektion (BBI) sind auf der Suche nach rund 700 Millionen € Schwarzgeld, das aus dem Diamanthandel stammen soll. Die Gelder, die Händlern aus Antwerpen gehören, sind auf Schweizer Konten deponiert.

Die Ermittlungen in diesen Fall von umfassender Steuerhinterziehung begannen vor etwa zwei Jahren. Damals beschlagnahmten die französischen Steuerbehörden eine Liste mit Personen, die über Konten bei der HSBC Bank in der Schweiz unterhielten. Belgien zeigte Interesse an Einsicht in diese Liste und dies wurde gewährt.

Die Ermittlungen laufen derzeit noch, wie das flämische Wirtschaftsblatt De Tijd in seiner Samstagsausgabe meldet. Doch schon jetzt ist deutlich, dass aus Belgien kommende HSBC-Kunden gemeinsam über Guthaben von rund 700 Millionen € auf die betroffenen Konten verfügen.

Dabei handelt es sich in erster Linie um Diamantenhändler aus Antwerpen, genauer um rund 170 Personen, die alle aus dem gleichen Viertel in der Scheldemetrople kommen oder dort eine Geschäftsadresse unterhalten.

Dabei sind auch einige Spitzenhändler, die eigentlich hohes Ansehen genießen. Allerdings sollen dabei auch Händler, die als notorische Steuerhinterzieher den Behörden bestens bekannt sind.

Imageschaden für den Diamantensektor

Diese offenbar recht umfassende Angelegenheit rückt den Antwerpener Diamantensektor in ein schlechtes Licht. De Tijd-Journalist Lars Bové sagte am Samstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass dieser Fall die Glaubwürdigkeit des Sektors beschâdigt: "Wenn wir alles zusammenzählen, dann ist etwa jeder vierte Händler in diesem Bereich betroffen, darunter aus Spitzenleute. Das nimmt diesem Sektor sein Glanzlicht weg.“

Dieser Fall von Steuerhinterziehung ist insofern auch beunruhigend, als das der Diamanthandel in Belgien von überaus günstigen Steuertarifen profitieren kann.