Arbeitsstrafe für falschen Lokführer

In Dendermonde ist ein 21jähriger Mann zu 50 Stunden Arbeitsstrafe verurteilt worden. Der Mann hatte sich als Lokführer-Anwärter in Ausbildung ausgegeben und so dreimal einen Reisezug gefahren, ohne über eine gültige Befähigung zu verfügen.

Im vergangenen Jahr war ein junger Mann aufgefallen, der gleich dreimal im Führerstand einer Lokomotive einen Reisezug bewegt hatte. Jedes Mal hatte sich der 21jährige dabei als Lokführer-Anwärter ausgegeben, der zur Ausbildung für den vorliegenden Zug eingeteilt war. Die eigentlichen Lokführer hatten dies geglaubt und den Mann ans Steuerpult gelassen. Letztendlich gehörte der jetzt Verurteilte noch nicht einmal zum Personal der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB.

Der Richter in Dendermonde war der Ansicht, dass der Angeklagte auf listige Weise die jeweiligen Lokführer hereingelegt habe, um so einen Zug fahren zu können. Das Gericht zweifelte in seiner Beurteilung sogar, dass der Angeklagte seine Fehler überhaupt begreift und einsieht. Deshalb wird das Urteil, dass auf 50 Stunden gemeinnützige Arbeit festgelegt wurde, auch nicht auf Bewährung ausgesetzt.

Der Verurteilte ist nach eigenen Angaben schon sein Leben lang besessener Eisenbahnfan. Unlängst hatte er einem kommerziellen flämischen Radiosender gegenüber gesagt, dass einen Zug fahren "einfach euphorisch“ sei und dass man dabei nicht mehr beachte, wie viele Menschen gerade im Zug sitzen.

Bei der NMBS/SNCB hieß es dazu, dass der junge Mann niemals alleine in einer fahrenden Lokomotive gewesen sei. Bei jeder der drei Fahrten habe der eigentliche Lokführer dabei zur Seite gestanden, denn schließlich ging dieser jeweils von einer regulären Ausbildung aus.

Bei der Bahn ist man noch nicht sicher, ob man den fanatischen Bahnfan auf Schadensersatz verklagen soll.