Vorerst kein neues Stadion in Brügge

Ein Auditor des Staatsrates hat ein negatives Gutachten über die Baupläne für das neue Fußballstadion von Brügge abgegeben. Das Stadion soll im Chartreuse-Gebiet, einer alten Naturlandschaft am Stadtrand entstehen. Doch die Erschließung des Geländes scheint unzureichend vorbereitet zu sein.

Nach Ansicht des Auditors des Staatsrates in Brüssel sind die Pläne zum Bau des neuen Brügger Stadions (Illustration oben) im Chartreuse-Gebiet in der Nähe der Stadt im Ortsteil Loppem unzureichend aufgestellt. Unter anderem erhält die Planung zur Erschließung des Geländes schlechte Noten, die Erreichbarkeit des zukünftigen Stadions ist unzureichend erklärt und die Umweltverträglichkeitsstudie weist Lücken auf.

Der Kreisverband der flämischen Grünen (Groen!) von Brügge-Oostkamp-Zedelgem hatte gemeinsam mit einer Anwohnerinitiative ein Verfahren gegen die vorliegenden Baupläne des Stadions für den FC Brügge in Loppem angestrengt. In zwei Wochen wird der Staatsrat sein Urteil dazu abgeben. Meistens folgt der Staatsrat in seinem Urteil dem Gutachten des entsprechenden Auditors.

Brügges Bürgermeister, Patrick Moenaert (Foto unten) von den flämischen Christdemokraten CD&V, zeigte sich von dem Gutachten des Staatsrat-Auditors enttäuscht, denn inzwischen sei von Seiten der Stadtverwaltung und von anderen Parteien viel Energie in das Projekt geflossen:

"Die Pläne sind inzwischen verfeinert worden und das geplante Einkaufszentrum am Stadion ist von ursprünglich 40.000 qm auf 15.000 qm verkleinert worden. Damit konnten wir die Pläne um die Erschließung und um eventuelle Grundwasserprobleme entschärfen.“ Der Bürgermeister hatte damit gerechnet, dass der Staatsrat mit den Anpassungen der umstrittenen Pläne Rechnung getragen hätte.

Damit wird sich der Bau des Stadions für Club Brügge um mindestens zwei Jahre verzögern. Klar ist aber, dass der Club ein neues Stadion braucht, denn das derzeitige Zuhause des international renommierten Fußballvereins entspricht den heutigen Ansprüchen bald nicht mehr. Fortan soll eigentlich nur noch Brügges zweiter und kleinerer Erstligaverein Cercle im alten Jan Breydel-Stadion spielen. Cercle konnte sich finanziell nicht an dem Neubau beteiligen.