Di Rupo als Wurfziel: Spaß oder Ärger?

Ein Stand der flämischen Nationalisten (N-VA) auf dem Jahrmarkt in Beersel hat für einige Aufregung gesorgt. An dem Stand konnten die Besucher mit Bällen auf ein Bild des französischsprachigen sozialistischen Spitzenpolitikers Elio Di Rupo werfen. Dem N-VA stellvertretenden Vorsitzenden und Lokalmatador Ben Weyts zufolge handele es sich um ein "Spielchen mit Augenzwinkern".

Auf Twitter wurden am Samstag Fotos vom N-VA-Stand auf dem Jahrmarkt in der Gemeinde Beersel in Flämisch Brabant gezeigt. Auf dem Foto (oben) ist zu sehen, wie Kinder mit Bällen auf eine Zeichnung eines Gesichts mit Fliege werfen.

Nirgends steht der Name Elio Di Rupo geschrieben, aber die Konturen des Gesichts sind eindeutig die des PS-Politikers Elio Di Rupo.

"Es ist einfach nur ein Männchen mit Fliege", reagiert Weyts. "Ach, es ist doch nur ein Spielchen mit Augenzwinkern, absolut keine Provokation." Aus den Reaktionen auf Twitter geht jedoch hervor, dass nicht jeder den Humor der N-VA teilt. "N-VA-Kinder auf einem Jahrmarkt in Beersel, die Bälle auf eine Abbildung Di Rupos werfen", das ist "ekelhaft" und "taurig für eine Partei, die jetzt die Politik machen sollte", heißt es.

"Manche Menschen sind aber empfindlich", reagierte Weyts auch in der Frühsendung des VRT-Radios. "Es handelt sich um eine Kirmes. Von mir und Bart De Wever hingen auch schon Bilder dort. Wenn sich einige daran verschlucken, ist das ihre Sache. Einige Französischsprachige halten es bereits für eine Provokation, dass wir mit der N-VA einen Stand auf dem Jahrmarkt unserer eigenen Gemeinde haben", so Weyts noch.

"Es ist typischer abgestandener Studentenvereinshumor der N-VA", weiß Caroline Gennez, die am heutigen Sonntag ihren letzten Tag als Vorsitzende der flämischen Sozialisten (SP.A) erlebt, in der VRT-Polittalkshow "De zevende dag" zu berichten. "Ich finde es etwas schade, dass es immer so persönlich in der Politik wird, denn das ist nicht Ziel der Politik."